
Die Musik kann ein langer Strom aus Schallereignissen sein, die sich im Klangraum verteilen und wie musikalische Seile (oder Fäden?) durch die Zeit mäandern. So etwa wie beim halbstündigen «Angel Lost» von Luca Formentini. Dafür verwendet er folgende Gerätschaften: Yamaha CS50, Torso S4, modular system und electric guitar. Über die ganzen 30 Minuten werden Schichten neben Schichten gelegt. Deep!
Es passiert? Es passiert, was sich dabei der Komponist ausgedacht hat. Man weiß es nicht. Ein Strom, der eben einfach geschieht. Formentini äußert sich unter anderem wie folgt:
«… The world splits into opposites at accelerating speed.
Polarisation feels immediate and effortless. Positions harden quickly.
In our time, tolerance is both more necessary and more fragile — and, paradoxically, more easily abused.Yet beneath this apparent strength lies fragility.
The more rigid the polarity, the deeper the uncertainty it conceals. …»
Ich bin mir nicht sicher, ob das Konzept oder die Idee wirklich so weit trägt, wie es sich der Autor wünscht. Oder ob es sich letztlich nur um ein raunendes Füllen von Zeit handelt. Als Hörender verhält man sich dazu: Man taucht mit ein, oder lässt es vorbeirauschen. Man kommt der Sache nicht bei.
Luca Formentini – Angel Lost [2026]
- Yamaha CS50, Torso S4, modular system and electric guitar.
VÖ: 20.03.2026 – Download & Streaming

