
Also eine undankbare Aufgabe für Wojciech Waleczek am Klavier? Eigentlich lautet die Antwort «ja» – aber er nimmt sich der Sache so ernst an, dass all jene beschämt werden, die ihn vielleicht zu dieser Produktion gedrängt haben. Auch wenn mir ein «moderner» Flügel nicht recht behagt, versteht es Waleczek doch, sich den unspektakulären Werken mit Ernst und Ausdruckswillen zu nähern. Dies gilt für sich treiben lassenden Fantasien ebenso wie für die Fugenfragmente. Der belanglose Essay von Keith Andersson (und ich habe Respekt vor seinem langen Wirken) erreicht die biographische Bedeutung der kurzen Stücke kaum, die ihrerseits dadurch seltsam belanglos wirken. Derartige Werke verdienen dann eben doch mehr substanzielle Aufmerksamkeit – egal, aus welcher Ausgabe gespielt wird. Der Klang ist satt, jeoch nicht überdimensioniert. Das Album stellt eher eine Dokumentation für Interessierte dar. Aber – und da kommt man zum Kern. Warum nicht?
Franz Schubert. Rarities and Short Piano Works
2 Scherzi D 593; Fantasie c-Moll D 2e; Allegro E-Dur D 154; Fantasie C-Dur D 605; Marsch E-Dur D 606; Marsch h-Moll D deest; Klavierstück C-Dur D 916b; Klavierstück c-Moll D 916c; Fuge d-Moll D 13; Fuge C-Dur D 24a; Fuge G-Dur D 24b; Fuge d-Moll D 24c; Duge C-Dur D 24d; Fuge F-Dur D 25c; Vier Fugenskizzen B-Dur D 37a (Nr. 1, 3, und 4); Fuge e-Moll D 41a; Fuge e-Moll D 71b; Ouvertüre zu Alfonso und Estrella D 759a
Wojciech Waleczek (Klavier)
Naxos 8.574135 (2020)
