3. Dezember 2021 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Claudio Scolari Project: Cosmology

Claudio Scolari Project: Cosmology
Claudio Scolari Project: Cosmology

Es scheint eine große Sehnsucht nach dem Kosmos zu geben. Die Erde ist schon zu klein, oder vielleicht gilt sie auch schon nicht mehr als Ort, an dem es für länger zu leben und zu musizieren lohnt. Da geht mal raus und fangt an damit, Luft von anderem Planeten zu fühlen. Oder Duft von schwarzen Löchern, Geruch von Dunkler Materie. Mit Mega kommt man nicht mehr weit, es muss schon Hyper sein.

Das Claudio Scolari projektiert also eine „Cosmology“ auf silbernem Datenträger. Einsen und Nullen ergänzen sich zu digitalen Hüllkurven. Und darüber schmirgelt dann eine Trompete der Ewigkeit. Was soll man auch sonst tun im lebendigen Vakuum der Endlichkeit. Die gepflegt aufgeregt erzeugte Langeweile der Musik bestätigt das, was uns Forscher:innen längst mitgeteilt haben: Draußen im Kosmos gibt es viel mehr Nichts als Etwas. Und hier gibt es musikalisch vor allem Nichts, und davon sehr viel. Ein bisschen Rockschlagzeug, ein bisschen Synthie-Programmierung, ein bisschen dies, ein bisschen das und darüber eine nervende Trompete von the Dark Side Of Pluto. Das ergänzt sich zu musikalischen Löchern – nur sind die eben ganz materieleer ohne Anziehungskraft – sozusagen Anti-Löcher.

Da fühlt man sich nicht mal richtig einsam, sondern nur allein.


Claudio Scolari Project: Cosmology [2021]

  • CLAUDIO SCOLARI: Drum set 1, Synth Programming
  • DANIELE CAVALCA: Drum Set 2, Live Synths, Rhodes, Piano
  • SIMONE SCOLARI: Trumpet
  • MICHELE CAVALCA: Electric Bass

Principal Records

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