5. Juli 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
John Cage – Choral Works

John Cage – Choral Works

James Pritchett stellt in seinem knapp gefassten , aber dennoch einen guten Einstieg vermittelnden Booklet-Essay gleich zu Beginn die entscheidende Frage: Gehen «Cage» und »Chormusik» überhaupt zusammen? Pritchett denkt dabei vor allem von Cages Unwohlsein gegenüber Traditionen und seine späte Entscheidung, überhaupt etwas für Chor zu schreiben. Sicherlich eine naheliegende Perspektive, und doch eröffnet gerade dieses vorzügliche Album mit dem lettischen Rundfunkchor noch eine andere Sichtweise. Das betrifft zunächst die Hymns and Variations (1979) für zwölf Stimmen. Ausgangspunkt sind zwei alte Hymnen aus dem New-England Psalm-Singer von 1770, aus deren

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Santa Ratniece – Latvian Radio Choir

Santa Ratniece – Latvian Radio Choir

Nicht erst seit dem legendären Eric Ericson gibt es in Skandinavien und im Baltikum eine exzellente Chorkultur. Und doch war Ericson fraglos der Promotor eines spezifisch reinen und klaren Klangs; die enge Zusammenarbeit mit György Ligeti im Zusammenhang bei der Einstudierung des Requiem (1963) in Stockholm setzte zudem neue Maßstäbe. Seither hat sich die Chormusik verändert – sie ist vor allem sphärischer geworden. So auch bei der vor allem in der «Szene» bekannten, aus Lettland stammenden Komponistin Santa Ratniece (*1977), die Klänge zwischen Körper und Seele entfaltet – dabei aber

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