19. Juni 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Rautavaara & Aho

Rautavaara & Aho

Ein rundum fantastisches Album mit einer ganzen Reihe von Entdeckungen für das Chor-Repertoire. Das beginnt schon im ersten Track mit Die erste Elegie (1993) von Einojuhani Rautavaara (1928–2016) – ein überaus ausdrucksstarkes Werk, das in seiner Faktur ein wenig an Mendelssohn-Psalmvertonungen erinnert. Ohnehin zählt Rautavaara für mich zu einem der ganz großen (nicht nur finnischen) Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der leider noch immer den Status «Geheimtipp» besitzt. Die Gründe dafür sind vielfältig und sicherlich auch in seinem ganz eigenen Weg begründet. Trotz einer ganzen Reihe verschiedener technisch-stilistischer

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #190 – Chor und Chormusik
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Kalevi Aho

Kalevi Aho

Zahlen spielen in der Musik eine wichtige Rolle. Von der Antike bis in die Renaissance waren Proportionen die Grundlage allen Klingens – sowohl was die konsonierenden Intervalle angeht als auch das Verhältnis von Notation und Rhythmus oder noch allgemeiner das Verhältnis einzelner Abschnitte untereinander. Später kamen Aspekte der Symbolik hinzu, die auch heute noch eingefleischten Numerologen kreative Freude bereiten. Während der rebellierenden Avantgarde kamen noch einmal andere, komplexere Verhältnisse hinzu. Heute hingegen scheint vieles eher im Fluss zu sein. Und es wird unter Komponist:innen wieder fleißig gezählt – nämlich bei

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Adrian Tully / Reflections

Adrian Tully / Reflections

Das Saxophon kann zwar auf eine lange, im Vergleich mit anderen Instrumenten aber doch nur kurze Geschichte zurückblicken. Zunächst für die Militärmusik erfunden, zog es zwar bald in die Kunstmusik ein. Und doch blieb es in all seinen Bauvarianten immer eine Art Sonderling im Orchester wie auch in der Kammermusik, während es aus dem Jazz nicht mehr wegzudenken ist. Vor diesem Hintergrund gilt es auch den Werkbestand zu bewerten: ein Repertoire, das sich erst im 20. Jahrhundert mit jeder Dekade zusehends erweiterte. Für ältere Epochen sind also Bearbeitungen oder Transkriptionen

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Hiyoli Togawa / Songs of Solitude

Hiyoli Togawa / Songs of Solitude

Wie Einsamkeit klingen kann, vermittelt Hiyoli Togawa mit ihrer Viola auf diesem ebenso beeindruckenden wie singulären Album. Als im Frühjahr 2020 die Straßen plötzlich leer wurden, kam ihr die Idee, weltweit Komponist:innen um ein aktuelles Stück zu bitten, mit dem die seltsame Zeit des Stillstands kommentiert werden sollte. Entstanden sind auf diese Weise elf zeitgenössische Werke, die alle einen jeweils eigenen Weg gehen: inspiriert durch ein japanisches Volkslied (Hosokawa), beim stillen Hineinhorchen in das Instrument selbst (Federico Gar­dell), mit gesungener Begleitung (Kalevi Aho) oder bis hin zum neunstimmigen, im Multitrack-Verfahren

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