17. Juli 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Mozart & Paisiello / Julien Chauvin

Mozart & Paisiello / Julien Chauvin

Wer sich beim Anhören dieses Albums etwas verwundert am Ohrläppchen zupft, hat vermutlich keine Notiz vom Kleingedruckten auf dem Cover oder anderen in Klammer gesetzten Angaben genommen. «Paris 1804» steht da – Ort und Jahr verweisen nicht nur auf die erste Aufführung von Mozarts Requiem in Frankreich am 21. Dezember 1804 in Saint Germain l’Auxerrois unter der Leitung von Luigi Cherubini, sondern auch auf die dafür erstellte Bearbeitung, die lange Zeit fortlebte. Sie reflektiert die aufführungspraktischen Voraussetzungen vor Ort, Ästhetik und Geschmack der Zeit, verzichtet ab dem Lacrimosa auf ganze

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Mozart / Le Concert de la Loge

Mozart / Le Concert de la Loge

Es ist erstaunlich, wie Solisten, Ensembles und Orchester in der Regel einer beständigen Veränderung ihrer musikalischen Sichtweise unterliegen. Ob sie es selbst im aktuellen Prozess bemerken, sei dahingestellt; eher dürfte der Beobachter von außen neue Wendungen bemerken, die womöglich in einen Umschwung münden werden – letztlich ergeht es einem selbst auch bei aller Reflexion ebenso. Erst später erscheint oft alles klar. Wenn ich ein paar Jahrzehnte zurückdenke, dann fallen mir sofort einige Orchester ein (vorzugsweise der historisch informierten Aufführungspraxis), die bis zu einem gewissen Punkt interpretatorisch Hervorragendes leisteten, sich in

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Vivaldi / Le Concert de la Loge

Vivaldi / Le Concert de la Loge

Die sich mit beeindruckender Kontinuität seit Jahren entwickelnde Vivaldi-Edition des französischen Labels Naïve überrascht auch in der 69. Folge. Das liegt zum einen an den verschiedenen Ensembles, die sich auf immer wieder neue und andere Weise dem schier unendlich anmutenden Werkbestand nähern – und dabei recht unterschiedliche Perspektiven entwickelt haben. In diesem Fall (es ist derweil die 10. Folge mit Violinkonzerten) ging der Stab an Julien Chauvin und das Ensemble Le Concert de la Loge – wahrlich keine schlechte Wahl. Und ich gestehe gern, dass das Ensemble bei mir schon

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Mozart / Julien Chauvin

Mozart / Julien Chauvin

Mit seiner achten Produktion setzt das Ensemble Le Concert de la Loge eine Erfolgsgeschichte fort. Bisher waren es Produktionen mit Werken von Haydn und seinen Zeitgenossen, auch ein Album mit größer besetzter Kammermusik von Beethoven und Ries. Nun also Mozart – und in welch reicher Fülle! Wer sich die Salzburger Violinkonzerte immer als etwas bequem zu Hörendes dachte, wird sich hier beim Konzert G-Dur KV 216 verwundert Augen und Ohren reiben. Denn Julien Chauvin (ohnehin in Doppelfunktion) deutet seinen Part zwar solistisch, denkt aber auch das Orchester mit und entfaltet

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Vivaldi: Concerti per violino VIII – Le Concert de la Loge / Julien Chauvin

Vivaldi: Concerti per violino VIII – Le Concert de la Loge / Julien Chauvin

Seit 2001 erschienen im Rahmen der „Vivaldi Edition“ Jahr um Jahr gleich mehrere Folgen auf CD: Opern, geistliche Vokalmusik, Concerti und Sonaten. Nahezu jede Produktion ist dabei ein Erlebnis: Nicht nur weil das Cover bei jeder Produktion immer wieder überrascht, sondern weil auch verschiedene Solisten und Ensembles verpflichtet werden. Für die allein ihrer Anzahl nach schier endlos anmutenden Konzerte für Solovioline waren dies zuletzt die Accademia Bizantina (mit Alessandro Tampieri), Europa Galante (mit Fabio Biondi) und Il Pomo d’Oro (mit Dmitry Sinkovsky). Nun ist es am Concert de la Loge

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Si j’ai aimé: Französische Orchesterlieder von Berlioz und anderen – Le Concert de la Loge, Julien Chauvin

Ein glitzerndes Collier musikalischer Edelsteine wird hier in einer fraglos hochkarätigen Einspielung geboten. Bei ihr drängt sich nichts orchestral auf, vielmehr erscheint manches in vollkommen neuem klanglichem Gewand, wie etwa die bekannte Villanelle aus den Nuits d’été von Hector Berlioz. Geradezu entzückend klingt das übersichtlich besetzte Concert de la Loge auf historischen Instrumenten (seinen bisherigen, aus einer etablierten Konzertreihe des ausgehenden 18. Jahrhunderts stammenden Zusatz „olympique“ hat das Olympische Komitee kassieren lassen – was für eine verrückte, markengeile, geschichtslose Welt). Sandrine Piau singt das präsentierte Repertoire herrlich unforciert mit viel

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