21. April 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Subconscious Trio – Water Shapes

Subconscious Trio – Water Shapes

Zum Abschluss der Jazzwoche in der HörBar eine weitere Aufnahme vom italienischen Label «Da Vinci Jazz». Ohne großes Federlesen zu veranstalten: Großartig agiert dieses Standard-Jazz-Trio in seinen acht eigenen Kompositionen, die sich sehr deutlich in der besten Tradition dieser Besetzung der letzten 20 Jahre wiederfinden (besondere Anklänge gehen in Richtung Esbjörn Svensson Trio). Das heißt sie haben all das drauf, was heute im Jazztrio so geht, aber es kommt noch etwas hinzu: Die drei Musikerinnen – Monique Chao (piano, vocals, composition), Victoria Kirilova (bass, composition) und Francesca Remigi (drums, composition)

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Mimanée – The Invisible Will Remain

Mimanée – The Invisible Will Remain

Da müsste man sich schon ordentlich bemühen, wollte man bei dieser Besetzung die Musik gegen die Wand fahren. Es gibt fast nichts besser Selbstlaufenderes als Marimba, Bass-Klarinette (plus Saxophone) und Gesang. Das schnurrt und schwirrt auch bei diesem Trio mit einer Leichtigkeit und zugleich in der Tiefe abgründelnden fundamentalen Musik, verwurzelt in subtil gestalteten Kompositionen und Arrangements. Aber selbstlaufend erscheint es nur, weil es tatsächlich so gut musikalisch gearbeitet ist. Die musikalische Korrespondenz zwischen der Bassklarinette von Matthias Stich und dem Gesang von Neele Pfleiderer ist fast durchwegs untrennbar miteinander

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Questo Tempo

Questo Tempo

Eine weitere Produktion vom Label «Da Vinci Jazz», aber mit ganz anderer Klanglichkeit als «Pagine Vere». Die Besetzung deutlich perkussiver (aber mit Melodieinstrumenten wie dem Vibraphon …). Perkussiv muss ja nicht knattern heißen oder grooven oder schlumpfen. Eigentlich gelangt man hörend eher zu der Einsicht, dass die Rhythmus-Abteilung umgekehrt proportional zugleich fehlt – wie das, ich versuche es weiter unten zu erklären. Auch die Toms sind präzise gestimmt auf das musikalische Gesamtbild hin. Und doch: Es pulst die Musik, aber durchaus frei und fesselnd zugleich. Darüber singt Beatrice Arrigoni ebenso

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Teresa Bergman – 33, Single & Broke

Teresa Bergman – 33, Single & Broke

Grenzbereiche in vielerlei Hinsicht betritt das dritte Album der in Berlin lebenden Neuseeländerin Teresa Bergman. Gelabelt wird es mitunter im Genre des Folkpop. Thematisch gehen die Lyrics um das, was der Titel der Platte anzeigt. Das Menschsein mit Mitte, Anfang 30. Vielleicht auch das Frausein. Vielleicht auch das Sein schlechthin. Es widerspiegelt zudem die letzten Jahre angesichts gesellschaftlicher und klimatischer Umbrüche. Eine persönliche und eine aufs unversalistische Chaos zielende Platte. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist die der musikalischen Gestaltung. Und die macht mit dem ersten Sologesangston

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Ceccarelli – Pagine Vere

Ceccarelli – Pagine Vere

Das Leichte ist ja keineswegs immer leichtgewichtig, sondern eine komplexe musikalische Angelegenheit. Eine musikalische Idee am Fließen zu halten, im Fluss zu halten, ja, sie zu halten sie loslassen zu können, verdammt aufwendig – und dann merkt man das gerade dadurch, dass man es nicht merkt. Das – kann man so konstatieren – gelingt auf mit dieser CD ganz vorzüglich wie das Schlürfen in Lammfellschuhen über poliertes Fischgrätparkett. Da steht kein Span heraus an dem man sich verletzen könnte. Alles blitzeblank, auch die Fenster geputzt, der Ausblick in einen gepflegten

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