
Es ist vor allem alles sehr slow hier. Das Schweizer Duo an irgendwelchen DJ-Schnittstellen und elektronischen Klangerzeugern, inklusive der Postproduktion, lässt es dräuen. Wie in 9 Wellen werden die einzelnen Warps hintereinandergesetzt. Das wirkt zunächst dunkel und atmosphärisch bedrohlich. Da ist der wiederholte Grundton auf derselben Stufe, wie in einem Bild, der Boden, auf den Schallereignisse gekippt werden, Stück für Stück, anschwellend, abschwellend. Mal verzerrter, mal weniger verzerrt.
Das steht so für sich, das geht nicht fort, das bleibt auf der Stelle im Wesentlichen. Die Geschwindigkeit ist nicht Warp 1 aufwärts wie beim Raumschiff Enterprise, es wirkt eher so, als befände man sich eher im Antriebssystem eines Musikmotors selbst.
Ob das so auf die 9 Tracks hin genügend Power fürs Hören auslöst, ist schwer allgemein zu beantworten. Mir ist das insgesamt zu wenig, in jedem Teil aber durchaus genug. Vielleicht braucht man dazu aber auch einen bestimmten Abhörraum, der mit einem bürgerlich-chaotischen verflusten Wohnzimmer nicht deep genug ist. Vielleicht braucht man dazu den Betonraum mit entsprechender Ausleuchtung, wie er auf dem Cover des Albums zu sehen ist, ebenso verwackelt, verschoben. I don’t know.
Sonst brummt es nur, wo es warpen müsste.
Till Hillbrecht & Zimoun – Warp Slow [2026]
Room40, Digitales Album (VÖ: 27.03.206)

