
Was für ein schönes Dokument! Äthiopiens Musikkultur im Jahr 1971, dokumentiert durch Ragnar Johnson und Ralph Harrisson. Diese für unsereins eigenartige Musikkultur aus Gesang, Melos und Rhythmus ist voller Herzlichkeit und ein Gruß an die Schönheiten der Welt, ob in Natur oder in Menschen. Auf 23 Tracks ist das alles dokumentiert, die verwendeten Texte sind ins Englische übersetzt.
Das ist ein wildes Gemisch insgesamt. Musik, gerettet in die Jetztzeit, circa 50 Jahre später. Ich sage, für uns wirkt es eigenartig, weil wir für gewöhnlich derartige Musik gar nicht auf dem Schirm haben, wenn wir uns auf unsere üblichen Medienlieferanten aus Funk und Konzertleben verlassen. Manchmal kommt da was um die Ecke aus den weiter kreisenden Jazzkulturen. Es war ja in den 60er- und 70er-Jahren expansiv, welche globale Musik erschlossen wurden – von Japan über Indien bis nach Trinidad und Tobago.
Äthiopien gehörte da wahrscheinlich nicht so dazu: Umso schöner jetzt das hier. Hören wir einfach mal in den seltsamen «Fila Flute Dance» hinein, der wie rückwärts aufgenommene Musik klingt. Wer alt genug ist, erinnert sich auch an die Aufnahmegeräte wie den «Uher Report L stereo tape recorder». Beautiful!
Ethiopian Musics 1971 [2026]
Sub Rosa Label (VÖ: 2 CD / 2 LP 01.07.2026)
