
Die 2021, 2022 und nun 2025 erschienenen Alben unterscheiden sich allerdings voneinander. Man könnte von einer kontinuierlich zunehmenden Reife der Interpretationen sprechen – und meint damit letztlich dann doch nur eine gewisse Abgeklärtheit und einen um sich greifenden Manierismus in den Interpretationen. Während es bei unbekannten Werken leichter scheint, einen ehrlichen eigenen Weg einzuschlagen, ist bei Mozart doch die Auseinandersetzung vielfach mit einer übermächtigen Interpretationsgeschichte spürbar bzw. hörbar. Wie etwas Ungesagtes sagen? Wie den eigenen Kompass ausrichten? Mir scheint, dass das Ensemble unter der Leitung von Julien Chauvin seinen eigenen Kurs ein wenig verloren hat. Natürlich ist alles auf einem technischen Niveau, das kaum Einwände provoziert. Allerdings spricht mich die erhabene Sinfonie Es-Dur KV 543 kaum an – zu glatt, mit etwas zu viel international gewolltem «Style» und entsprechenden Manierismen (deutlich im Menuett), bei denen der große Wurf auf der Strecke bleibt. Diese kritische Sicht wird ausgerechnet durch die kaum einmal zu hörende Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester KV 364 bestätigt, deren Interpretation nahtlos an frühere Höhepunkte anschließt.
Wolfgang Amadeus Mozart. Ouvertüre zu «Così fan tutte» KV 588, Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester KV 364, Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543
Julien Chauvin (Violine), Amihai Grosz (Viola), Le Concert de la Loge
Alpha 996 (2023)








