17. Oktober 2019 nmz – HörBar – täglich dabei und abgeört

Swiss Jazz Orchestra: Swiss Jazz Orchestra & Guillermo Klein (2019)

13 Tracks mit wunderbar ausbalancierten Arrangements. Nicht knallig, sondern subtil gestrickte Stücke, die einen einfach mitnehmen. Zuweilen kammermusikalisch zurückgenommen, durchsichtig und frei von billigen Überrumpelungseffekten aus dem Handbuch musikgeschichtlicher Erfolgsverfahren. Dabei erreicht man gleichwohl eine Komplexität in den Sätzen, die wundersam wirken. Dazu und darein fügen sich dann exzellente Soli der Einzelmusikerinnen. Klasse! Swiss Jazz Orchestra: Swiss Jazz Orchestra & Guillermo Klein Sunnyside Records

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Ben Monder: Day After Day (2019)

Was für eine schöne Platte das! Wenn Ben Monder sich durch die Musikgeschichte, nicht nur des Jazz, bewegt, tupft er zupfend wunderbare Linien und Farben in die Ohren seiner Zuhörendenschaft. Selbst Messiaens „O Sacrum Convivium” klingt bezaubernd süß – wie hingegossen. Dass er auch den „Goldfinger” kann, belegt er auf der zweiten CD, die im Trio eingespielt wurde, die insgesamt ein bisschen schwächer ausfällt. Gerne gehört. Ben Monder: Day After Day / 2 CDs Sunnyside Records Ben Monder: electric & acoutic guitar Matt Brewer: electric & acoutic bass Ted Poor:

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Greg Reitan: West 6oth (2019)

Hat man auch nicht alle Tage, dass ein Kopfstück einer Jazztrio-CD den Titel „Hindemith“ trägt. Das Stück sitzt und ist auf den Punkt durchdacht. Kraftvoll, rhythmisch und harmonisch en bloc durchgestaltet. Überhaupt: Keine Langeweile kommt auf, weil jeder Track für sich stehen kann, seine eigene Farbigkeit hat, seine eigene musikalische Struktur ausbildet. Und es fließt dabei in ganz selbstverständlich dahin. Selbst der skurille „Hindemith“ schießt davon. Besonders die langsamen Tracks „When You Are Near” und sein solo auf “Four Piano Blues, Movement No. 3” gelingen in zärtlicher Süße und tiefer

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Denny Zeitlin: Remembering Miles (2019)

Eine ganze Scheibe voll mit Neuinterpretationen von Stücken des Trompeters Miles Davis. Transformiert als Standards aufs Klavier solo. Wobei man die Originale schon ein bisschen unter der Verarbeitungstechnik des Pianisten suchen muss – oder darf. Da löst sich die Musik in den Stücken auf, zerstäubt sich in alle musikalische Winde, setzt sich wieder (neu) zusammen. Gewitzt könnte man sagen und die Sache hochhängen: Alles Dekonstruktion. Das stimmt aber nicht. Die Zeitlin-Poetik überformt die Originale und macht aus ihnen eben Eigenes. Das ist wunderbar gespielt. Zeitlinstones für 2019. Denny Zeitlin: Remembering

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