2. Februar 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Weckbacher – Quartetti

Weckbacher – Quartetti

Musik mit vielen Fragezeichen. Wer war Lorenzo Weckbacher? Ist er wirklich in Berlin / Potsdam zu verorten? Warum lassen sich derzeit keine weiteren Quellen über ihn nachweisen? Handelt es sich tatsächlich um Kompositionen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts – oder ist alles ein gelungener Fake? Ein Konvolut mit seinen Werken auf mehr als 370 Seiten liegt singulär in Antwerpen und ist seit 1972 als «anonyme Schenkung» nachweisbar, doch wohl mit Hinweisen auf eine Existenz bereits zwischen den Weltkriegen. Am preußischen Hof war Lorenzo Weckbacher jedenfalls nicht beschäftigt –

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #177 – Übergänge
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Burgmüller / Etudes op. 100

Burgmüller / Etudes op. 100

Das Hörbar–#100-Jubiläum endet mit Etüden. Man möge sich dabei bitte nichts weiter denken – nur wenige passende Werke und kaum Einspielungen waren zu finden. Hier sind es nun die 25 leichten und progressiven Stücke op. 100 von Friedrich Burgmüller. Auch in diesem Fall dürfte die Opuszahl eine Laune des Zufalls oder des Verlegers gewesen sein. Man glaubt es kaum: Diese Etüden liegen noch heute auf! Mancher wird sich an die eigene Klavierstunde erinnern, wird möglicherweise Glück und Unbehagen zugleich spüren; denn seither hat wohl kaum einer die kleinen Charakter-Exerzitien wieder

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Gruppo Montebello

Gruppo Montebello

Schon lange sind jene Bearbeitungen kein Geheimtipp mehr, die zwischen 1918 und 1921 für die halböffentlichen Konzerte des von Arnold Schönberg gegründeten Vereins für musikalische Privataufführungen angefertigt wurden. Dort hatte man sich unter Ausschluss der meist lauthals aufschreienden Kritik zusammengefunden, um ohne ästhetische Polemik oder auch politische Ressentiments allein die Musik sprechen zu lassen. Die Regeln waren klar gesetzt: bestmögliche Interpretation durch gründliche Probenarbeit, inhaltlich engagierte Musiker:innen, wiederholte Aufführungen zum besseren Verständnis, das Verbot jeglicher Meinungsäußerungen. Gespielt wurden zunächst bis zu achthändige Klavierauszüge; bald kam indes die Erweiterung zum Kammerensemble,

This entry is part 2 of 5 in the series HörBar #086 – Transformationen
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Géza Frid / Konzerte & Orchesterwerke

Géza Frid / Konzerte & Orchesterwerke

Nur selten einmal bleibe ich mit einer solchen Aufmerksamkeit und Spannung bei einem Album. Denn die 77 Minuten mit Musik von Géza Frid (1904–1989), der in den Niederlanden gerne als «ungarischer Holländer» bezeichnet wird, hat etwas, das vollkommen aus der Zeit gefallen ist: einen eigenen Stil, eine unverstellte ungarische Note und nichts, was belanglos, unmotiviert oder überdreht wirken würde. Frid, der In Budapest Klavier bei Bartók und Komposition bei Kodály studierte und von Zoltán Székely als dessen ständiger Begleiter in die Niederlande gelockt wurde, entging während des Weltkriegs den Deportationen,

This entry is part 1 of 4 in the series HörBar #081 – Historische Einspielungen
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