23. Oktober 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Johann Schop

Johann Schop

Schütz, Schein, Scheidt – und Johann Schop. Nur wer sich im alten evangelischen Gesangbuch auskennt oder sich intensiv mit der Hamburgischen Musikgeschichte nach 1620 beschäftigt hat, wird den damaligen Leiter der Ratsmusik dem Namen nach kennen. Zu seiner Zeit indes galt Johann Schop (1590–1667) als herausragender Virtuose auf der Violine und nahm 1633 in Schütz’ Schatten an der legendären Prinzenhochzeit in Kopenhagen teil. Zu dieser Zeit publizierte er auch zwei Bände mit Paduanen, Galliarden, Allemanden, Balletten, Couranten und Canzonen; 1644 folgte ein Erster Theil geistlicher Concerten – ein offenbar angedachter

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Weimar – 1755

Weimar – 1755

«Empfindsamkeit» sowie «Sturm und Drang» sind zwar keine Epochen in den Künsten, wohl aber wichtige Phasen des Übergangs, die seit der Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem langen Schatten barocker Gerüste heraustraten und nach neuen, auch subjektiveren, mitunter gar radikal individuellen Ausdrucksweisen suchten. Dieser «Zeitgeist» zwischen den Epochen wies zahlreiche Spielarten auf, die es auch heute noch schwer machen, ein konsistentes musikgeschichtliches Bild zu entwerfen – denn die strukturell wichtigen Institutionen von Kirche und Hof entwickelten sich nach Personen und Orten recht unterschiedlich (die Oper scheint gewissermaßen ein europäisches Eigenleben

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