David Bergmüller – Rhétorique du silence

David Bergmüller – Rhétorique du silence

Ein Album, das sich mit seinen Metadaten und dem Booklet hervorragend für ein Blockseminar zum Thema «Redaktionsarbeit» eignet. Es mag ja angehen, dass gelegentlich das «Design» wichtiger als der «Content» ist. Und doch sollte nicht bloß alles Notwendige mitgeteilt sein, sondern es sollte auch «stimmen». Die separaten Listen der Komponisten und ihrer Werke auf dem Backcover gleicht jedenfalls einem Wimmelbild: Die Titel (übrigens miest unvollständig, und dass es sich beiden Sätzen von Visée um eine Suite handelt, wird unterschlagen) stehen vollkommen separat. Wer sucht, findet auf der vorletzten Seite des

This entry is part 5 of 5 in the series Hörbar #181 – Laute und mehr
Florent Marie – Giovanni Antonio Terzi

Florent Marie – Giovanni Antonio Terzi

Was aber bleibt? Es ist die wohl grundlegendste Frage des Lebens, die man sich hin und wieder (meist in einer stillen späten Stunde) stellt. In der Biographie und Musik von Giovanni Antonio Terzi wird sie gleichsam zur Realität. Denn von diesem italienischen Meister auf der Laute ist fast nichts bekannt – außer dass er 1592 in Padua ein Studium der Rechtswissenschaften aufnahm. Daraus lässt sich zumindest rechnerisch sein ungefähres Geburtsdatum ableiten (die vielfach anzutreffenden Daten ca. 1580 – ca. 1600 sind daher falsch bzw. gemutmaßt). Musikalisch haben sich zwei in

This entry is part 4 of 5 in the series Hörbar #181 – Laute und mehr
Jakob Lindberg – Johann Sebastian Bach

Jakob Lindberg – Johann Sebastian Bach

Es kommt nicht oft vor, dass ein einzelnes Instrument einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Bei der sogenannten «Rauwolf-Laute» ist das die Ausnahme. Sie wurde als Renaissance-Instrument (wohl 7- oder 8-chörig) von Sixtus Rauwolf in Augsburg um das Jahr 1590 gebaut. Eine «Modernisierung» zur Barocklaute (nun 11-chörig) erfolgte 1715 durch Leonard Mausiel in Nürnberg, was durch einen «Zettel» belegt ist. Dass sich die Laute über die Jahrhunderte erhalten hat (wie nur wenige andere Instrumente aus der Werkstatt von Rauwolf), ist schon Zufall genug. Dass sie nach einer sorgfältigen Restaurierung auch spielbar ist,

This entry is part 3 of 5 in the series Hörbar #181 – Laute und mehr
Werbung
Joachim Held – Johann Georg Weichenberger

Joachim Held – Johann Georg Weichenberger

Dass Musikgeschichte nicht immer einfach zu entschlüsseln ist, zeigt sich an der unspektakulären Biographie von Johann Georg Weichenberger (1676–1740). In Graz geboren, findet man ihn ab 1700 in den Diensten des Wiener Kaiserhofes (in der Buchhaltung!), und doch scheint er einer der wichtigsten und prägendsten Lautenisten in der Donau-Metropole gewesen zu sein. War er nun aber ein sehr begnadeter Virtuose aus dem Bürgertum oder erhielt er seine Anstellung eher pro forma, um an anderer Stelle dem Hof musikalisch zu dienen? Eine Frage, die vielleicht marginal erscheint, aber Grundsätzliches für die

This entry is part 2 of 5 in the series Hörbar #181 – Laute und mehr
Alon Sariel – Johann Sebastian Bach

Alon Sariel – Johann Sebastian Bach

Wer Alon Sariel kennt, weiß um seine vielfältigen instrumentalen Fähigkeiten, die bei Einspielungen von Musik nur für Mandoline oft zu kurz kommen. So auch wieder bei jüngeren Produktionen. Daher hier nun der Rückgriff auf ein Album, bei dem er eine breite Sammlung unterschiedlichster Zupfinstrumenten vorstellt: Erzlaute, Barockgitarre, Liuto attiorbato, Oud. Das wirklich Faszinierende daran ist, wie flexibel sich Bachs Musik auch hier einmal mehr zeigt. Schon seine eigenen Präludien für Laute finden sich heute in Klavieralben. Hier nun werden zwei komplette Werke und einige Sätze aus den Suiten für Violoncello

This entry is part 1 of 5 in the series Hörbar #181 – Laute und mehr