11. Juli 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Art'Ventus Quintet – Swiss Treasures

Art’Ventus Quintet – Swiss Treasures

Der Werkbestand ist weder vergleichbar noch in seiner Breite exzeptionell – und wird dennoch unter Kennern das Bläserquintett als dem Streichquartett vergleichbar angesehen. Dabei unterscheidet es sich zwar durch seine traditionelle Besetzung mit Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott hinsichtlich seiner klanglichen Homogenität, doch hat die Besetzung dank der Werke von Franz Danzi und Anton Reicha eine vergleichbare geschichtliche Perspektive. Das zeigt auch dieses Album mit Werken aus dem Schweizer Schatzkästlein, die wie auch anderswo durch einzelne Kompositionen und ihre Besetzung zusammengehalten werden. Hier nun sind es mehrsätzige Werke von

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Jérémie Conus – Swiss Piano Music

Jérémie Conus – Swiss Piano Music

Klaviermusik von zwei Komponisten, die man dem Namen nach kennt, deren Werke (ganz allgemein) hierzulande aber kaum einmal auf der Bühne oder dem Podium anzutreffen sind. Die Gründe dafür sind vielfältig, auf jeden Fall aber in einer mangelnden Aufführungstradition, fehlender Kenntnis und ausbleibendem Mut zu suchen. Dabei haben Arthur Honegger (1892–1955) und Frank Martin (1890–1974) auf jeweils ganz eigene Weise Wichtiges geschaffen – ihre Klaviermusik blieb in der Rezeption freilich im Schatten. Hier setzt der junge Pianist Jérémie Conus mit diesem Album an. Und er überzeugt in mehrfacher Hinsicht. Da

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20th Century Foxtrots – Switzerland

20th Century Foxtrots – Switzerland

Mit der fünften Folge seiner Foxtrott-Anthologie begibt sich Gottlieb Wallisch in die Schweiz. Ob nun Berg oder Tal, Zürich, Genf oder Bern: Angesichts dieser fantastischen Auswahl völlig unbekannter Stücke darf man sich erstaunt die Augen reiben. Was dann aber doch bei genauerem Studium der Track-Liste auffällt, sind die vergleichsweise «späten» Daten der Werke. Denn während es zu Beginn der 1920er Jahre mit dem Foxtrott in Berlin glühte, musste dieses Tanzfieber offenbar am Fuße der Alpen erst abgeklärt werden. So jedenfalls der Eindruck – auch bei dem, was auf diesem Album

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Jazzissimo

Jazzissimo

Ein Album, dessen Titel am Ende etwas zu kurz greift. Denn ob wirklich alles «Jazzissimo» ist, darf man am Ende für sich entscheiden. Was ist beispielsweise an der Carmen-Fantasy von Alexander Rosenblatt «Jazz» – oder doch «nur» Kolorit? Will man die zweite Violinsonate von Maurice Ravel wirklich allein unter dem Etikett «Jazz» subsumiert wissen? Wohl kaum. Und die bekannte Nummer Le boeuf sur le toit von Darius Milhaud lässt sich auch mit einem großen Anteil «à la» hören. Und so kommt wieder die Frage: Was wurde zu welchem Zeitpunkt als

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jazz – Akhunov / Poulenc / Messiaen

jazz – Akhunov / Poulenc / Messiaen

Heute stellt sich mitunter die Frage, was wirklich unter «Jazz» zu verstehen ist. In den 1920er und 1930er Jahren war es anders: Damals wurde vieles allzu großzügig unter diesem Label subsumiert – in der Literatur, in der bildenden Kunst, aber auch in der Musik. Oft genügte das bloße Ausbrechen aus festen (oder als fest empfundenen) oder auch nur tradierten Formen. In der Literatur jedoch wurde der Jazz selbst zum Thema gemacht, dann aber bezog er sich meist auf den Tanzjazz mit Tango, Boston und Shimmy. In der bildenden Kunst taucht

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Flash Ensemble

Flash Ensemble

Seit einiger Zeit taucht immer wieder Musik von László Lajtha (1892–1965) im Katalog der Neuerscheinungen auf dem Tonträgermarkt auf. Ich erinnere mich etwa an seine Sinfonien, die in nur «mittelguten» Interpretationen nicht so recht klingen wollen. Denn Lajtha hat eine sehr eigene musikalische Sprache und Grammatik entwickelt, die sich irgendwo zwischen dunklem Timbre, volksmusikalischen Quellen und französisch inspirierter Leichtigkeit bewegt. Vor jeder Einspielung sollteman sich also erst einmal gründlich einhören und dem Tonfall nachspüren. Genau dies hat das Flash Ensemble auf sehr glückliche Weise getan. Das Album ist eine Werbung

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Trio Boccherini

Trio Boccherini

Betrachtet man die Liste der hier eingespielten Werke, gewinnt man den Eindruck, Ungarn sei ein Land des Streichtrios gewesen. Bei näherer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass es sich bei den vier eingespielten Werken allein dem Titel nach um zwei Serenaden (László Weiner und Dohnányi), ein Intermezzo (Kodály) sowie ein «Streichtrio» handelt, das Leó Weiner noch als Student an der Franz-Liszt-Akademie komponierte. Es handelt sich um eine Mischung der Gattungen (neutral nach Besetzung vs. atmosphärische offene Form), wie sie sich auch bei László Lajtha (1892–1963) finden lässt. Dieses Phänomen wird freilich

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Leipziger Streichtrio

Leipziger Streichtrio

Man muss schon genau hinsehen. Denn nicht das renommierte Leipziger Streichquartett hat dieses Album eingespielt, sondern das 2019 gegründete Leipziger Streichtrio. War es beim Quartett das Gewandhausorchester, so ist es beim Trio zumindest teilweise das MDR-Sinfonieorchester, das Ort und Namen motiviert. Und dem mit «Leipzig» verbundenen musikalischen Anspruch (ja, den gibt es auch noch im 21. Jahrhundert) werden die drei Herren auf ihrer Debüt-CD vollauf gerecht. Wer bei der Gattung »Streichtrio» noch unsicher ist, was diese strukturell und damit auch klanglich zu bieten hat, wird hier mit Sicherheit auch vom

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Deutsches Streichtrio

Deutsches Streichtrio

Oft wird das Streichtrio als «kleiner Bruder» des Streichquartetts angesehen. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Kommentar des Vorstandes einer kleinen, etablierten Konzertreihe, der vor nunmehr 30 Jahren ganz verblüfft war, dass ein Ensemble auch ohne zweite Geige gut klingt und etwas zu sagen hat. Aber auch heute noch findet man kaum Streichtrios auf den Programmen der (wenigen) verbliebenen Kammermusikreihen – offenbar sind die alten Vorbehalte noch lebendig. Dabei ist das Repertoire der vergangenen 250 Jahre erstaunlich breit und nicht nur auf marginal erscheinende Komponist:innen beschränkt: Bedeutende Werke finden

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Schattenrisse

Schattenrisse

Dieses Doppelalbum ist noch immer aktuell. Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck unter der Leitung von Jan Michael Horstmann, die im Hinterland Sachsen-Anhalts eher im Stillen wirkt, hat hier Musik von sechs Komponist:innen unterschiedlicher Nationalität eingespielt, die zu ganz unterschiedlichen Zeiten ein ähnliches Schicksal erlitten haben. Ob in Flammen aufgegangen, verboten und vergessen oder durch überstürzte Emigration einer kontinuierlichen Aufführungstradition beraubt: Hier werden ganz unterschiedliche Schicksale gestreift und musikalisch wiederbelebt. So etwa die wohl jedes Neujahrskonzert bereichernde Spanische Phantasie des bereits 1933 nach Argentinien emigrierten Benno Uhlfelder (1868-1946) (sein einstiger Bero-lina-Verlag dürfte

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #154 – Verfemte Musik
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