
Hier wird knallhart durchgespielt. Das norwegische Quartett rattert und wirbelt wie ein Jazz-Sturm auf einen ein. Die fünf Tracks haben es in sich. Vorsicht! Wir sind im Feld des Splatter-Jazz gelandet, wo die Bezüge zur rauen Metal-Kundschaft im Rockbereich und zur Noisemusik insgesamt nicht fern sind. Es ist schon so, doch eben auch ganz anders.
Artifiziell, ein Begriff, der sich da einstellen könnte, ist nicht ganz auf den Punkt, sondern knapp vorbei. Denn natürlich geht es hier bei Møster! physisch zu. Daran besteht kein leisester (lach!) Zweifel. Vor allem die beiden letzten Nummern und die erste machen ordentlich Dampf. Dazwischen geht es auch mal durch die Sound-Suppenküche bei «Small Bubbles Of Light» oder wird gar ganz banal hymnisch in «Not Signal But a Door».
Getragen wird das Quartett von seiner Tieftonlastigkeit, die unter die Haut zielt. «Rippling Cycles» knallt in dem Gemisch von hohem Grundtempo und punkigem postmodernem Saxophonspiel von Kjetil Møster in wilder Raserei. Man muss schon schauen, dass man da nicht unter die Räder kommt und vergisst, seinen eigenen Grundpuls zu senken. «Bearings» ist ein Sound-Rausch an der Grenze zum Noise durch die Gitarrenrückkopplungen Hans Magnus Ryan. Stampfstampf. Møster! statt Hyper!
Møster! – Bolts [2026]
- Kjetil Møster: tenor and baritone saxophones, clarinet, electronics, composer
- Hans Magnus Ryan: electric guitar
- Nikolai Hængsle: electric bass
- Kenneth Kapstad: drums
Action Jazz – ACJZ016 (CD/LP – VÖ: 08.08.26)
