Johann Joachim Quantz – Frank TheunsNachtrag. Ja, es handelt sich um eine Einspielung aus dem Jahre 2011, die bereits vor längerer Zeit das Licht der Welt erblickte – nun aber glücklicherweise wieder aufgelegt wurde. Und man bemerkt an der Produktion, wie rasch die Zeit vergangen ist. Denn Frank Theuns, der viel zu selten als Solist in Erscheinung getreten ist, feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag und hat sich offenbar aus dem Musik-Bizz zurückgezogen (seine eigene Homepage ist jedenfalls nicht mehr erreichbar). Die Wiederveröffentlichung fügt sich allerdings wunderbar ein in eine Reihe von Einspielungen, die vor etwa 15 Jahren entstanden sind und bis heute Theuns’ profunde Kunst des Flötenspiels bis heute unter Beweis stellen.
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Hier sind es gleich vier Konzerte, die Johann Joachim Quantz (1697–1773), der heute eher wegen seiner allumfassenden Flötenschule (und die darin niedergeschriebenen Kontexten) bekannt ist als für seine konzertanten Kompositionen, die er meist für seinen regierenden Monarchen Friedrich II. geschrieben hat. Insofern schlägt die Aufnahme noch immer eine Bresche durch das Repertoire und bricht eine Lanze für all jene Werke, die als reine Hofmusik in Erinnerung blieben. Quantz indes konnte mehr und schuf eine Werkfolge, die Friedrich in seinen besten Jahren brillant bewältigte. Hier nun ist es Frank Theuns, der die Partituren realisiert, zum Klingen bringt. Was man dabei sofort hört: Quartz war kein «Vielschreiber», sondern ein Komponist, der etwas zu sagen hatte. Und Friedrich nahm sich der Herausforderungen an, wobei oft genug das hohe Register fehlt und hie und da Sicherheitsnetze gespannt sind. Die Einspielung ist schlichtweg herausragend – sowohl solistisch als auch im klein besetzten Tutti.
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Johann Joachim Quantz. Komzert für Flöte und Orchester g-Moll QV5:196, d-Moll QV 5:86; a-Moll QV 5:236; G-Dur QC 5:173
Frank Theuns (Traversflöte), Les Buffardins Accent ACC 24395 (2011)
Dr. Michael Kube, geb. 1968 in Kiel, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Europäische Ethnologie/Volkskunde. Promotion mit einer Arbeit über Hindemiths frühe Streichquartette (1996), Habilitation mit Studien zu einer Kulturgeschichte des Klaviertrios (2016). Seit 1998 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neuen Schubert-Ausgabe (Tübingen), seit 2002 zudem Mitglied der Editionleitung. Er ist seit 2007 Kuratoriumsmitglied (und seit 2013 Vorsitzender) der Stiftung Kulturfonds der VG Musikedition.