Romantic Flute – Anne PustlaukFast kann man den Eindruck gewinnen, dass seit der aufführungspraktischen Revolution in den 1970er Jahren sich mit jeder Dekade auch das Repertoire um mindestens zehn Jahre erweitert hat – alsofortschreitend in der Musikgeschichte. Zunächst waren es Beethoven und Berlioz. Inzwischen sind wir längst bei Strawinskys Sacre angekommen, der mit Instrumenten von 1913 tatsächlich einen ganz anderen Klang und eine spektakuläre Robustheit zeigt. Hier reiht sich auch dieses Album ein, auf dem Anne Pustlauk mit ihrer Traversflöte drei Werke des 19. Jahrhunderts in ganz anderen Farben leuchten lässt.
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Denn wo die rein metallene Querflöte sich markant durchsetzt, atmet das mit moderner Mechanik versehene Instrument aus Holz eine so nicht mehr geläufige Wärme – von einem solistisch überhöhten Sinfonischen Gedicht (Peter Benoit, 1865) über ein Konzert des vergessenen Ferdinand Langer (g-Moll, 1866) bis hin zu Carl Reineckes Spätwerk (und Dauerbrenner) aus dem Jahre 1908. Zugegeben: Man muss sich zwar beim Orchester-Tutti etwas umgewöhnen, dann aber wirkt am Ende vieles einfach schlüssiger. Diese Musik benötigt keine Muskeln. Sie bedarf der Poesie. Voilà .
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Romantic Flute.
Peter Benoit. Symphonisch Gedicht op. 43a für Flöte und Orchester; Ferdinand Langer. Flötenkonzert g-Moll; Carl Reinecke. Flötenkonzert D-Dur op. 283
Anne Pustlauk (Flöte), L’Arpa Festante, Korneel Bernolet Note One NO 26002 (2025)
Dr. Michael Kube, geb. 1968 in Kiel, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Europäische Ethnologie/Volkskunde. Promotion mit einer Arbeit über Hindemiths frühe Streichquartette (1996), Habilitation mit Studien zu einer Kulturgeschichte des Klaviertrios (2016). Seit 1998 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neuen Schubert-Ausgabe (Tübingen), seit 2002 zudem Mitglied der Editionleitung. Er ist seit 2007 Kuratoriumsmitglied (und seit 2013 Vorsitzender) der Stiftung Kulturfonds der VG Musikedition.