1. März 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Herbert Pixner – Symphonic Alps

Herbert Pixner – Symphonic Alps
Herbert Pixner – Symphonic Alps
Dieses Album ist mir immer wieder in die Hände gefallen. Ein Zufall? Mag sein. Vielleicht aber auch die Aufforderung, nun doch etwas zu dieser Produktion zu schreiben, die sich schwer einordnen lässt. Ein wenig fühlt man sich an ältere Arrangements à la «Symphonic Beatles» erinnert – die sinfonische Nobilitierung von Liedern und Songs, denen aber eben doch kein zyklisches Konzept zugrunde liegt, bei denen der Fokus eher auf dem satteren Sound liegt. Sucht man nach einer Konstante in den auf zwei CD verteilten 15 Tracks, so ist es vielleicht die Vorstellung einer «Sinfonia concertante» im weitesten Sinne, denn das Herbert Pixner Projekt ist auch auf der Bühne dem Orchester räumlich vorgelagert.

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Es gibt freilich wenig Überraschendes. Herbert Pixner, ein aus Südtirol stammendes musikalisch-instrumentales Universalgenie (dies ohne ironischen Subtext), präsentiert sich, sein Ensemble und seine Stücke in kundigen und flüssigen Arrangements mit einem farblich stark angereicherten Gewand als «Lieder ohne Worte». Nur selten einmal darf ein Instrument aus dem Orchester auch konzertierend hervortreten – die zwischen «Volk» und «Folk», Jazz, Klezmer und Klassik wechselnde Musik spielt direkt an der Rampe. Das zeigt auch die beigelegte DVD (bzw. der Direktstream) – eine Live-Produktion vom Sommer 2021 aus dem Festspielhaus St. Pölten. Ob die «Songs» sich nun aber wirklich als «Symphonic Alps» erweisen, sei dahingestellt. Es sind nur knappe Momentaufnahmen, wo etwa Richard Strauss ohne Anleihen eine knapp einstündige Geschichte mit dichter Motivik und vollen Emotionen erzählt. Trotz aller gestaltenden Virtuosität (auch auf der diatonischen Harmonika) bleibt ein schaler Nachgeschmack.

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Herbert Pixner. Symphonic Alps plugged in
Herbert Pixner Projekt, Tonkünstler Orchester, Herbert Pichler

three saints records THS CD 211102 (2021)

HörBar #180 – Sinfonisches

Hans Winterberg – RSO Belin

Autor

  • Michael Kube

    Dr. Michael Kube, geb. 1968 in Kiel, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Europäische Ethnologie/Volkskunde. Promotion mit einer Arbeit über Hindemiths frühe Streichquartette (1996), Habilitation mit Studien zu einer Kulturgeschichte des Klaviertrios (2016). Seit 1998 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neuen Schubert-Ausgabe (Tübingen), seit 2002 zudem Mitglied der Editionleitung. Er ist seit 2007 Kuratoriumsmitglied (und seit 2013 Vorsitzender) der Stiftung Kulturfonds der VG Musikedition.

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