
Tatsächlich fließt die Musik in den Händen von Alon Sariel wie ein in sich ruhender Bach, der sich bei nur geringen Höhenunterschieden durch die Landschaft bewegt. Dabei bleibt Zeit, um sich umzusehen oder in sich zu kehren. Dieser Zugang hat sich bereits bei anderen Produktionen (selbst mit Ensemble, wie bei Telemandolin) als tragfähig, ja sogar als poetisch durchdrungen erwiesen. So auch hier, wo die wechselnde Wahl der Instrumente vordergründig kaum ins Gewicht fällt und eben doch den Charakter der Werke spiegelt. So auch bei der Sarabande aus der Suite Nr. 2 – zusätzlich gespielt auf einer Oud – und zwar in einer dem Instrument gemäßen Interpretation. Am Ende steht eine kurze, sechs Sätze umfassende Suite für Mandoline von Alon Sariel selbst. Eine Zugabe, die mit ihrem linearen Kontrapunkt und ihren Figuren deutlich bei Bach anknüpft, ohne ihn jedoch in das 21. Jahrhundert zu heben.
Alon Sariel. Plucked Bach
Johann Sebastian Bach. Prélude aus: Suite c-Moll für Violoncello allein BWV 1011 (arr. für Mandoline); Suite G-Dur für Violoncello allein BWV 1007 (arr. für Erzlaute); Gavotte I & II aus: Suite D-Dur für Violoncello allein BWV 1012 (arr. für Barockgitarre); Suite d-Moll für Violoncello allein BWV 1008 (arr. für Liuto attiorbato); Sarabande Suite d-Moll für Violoncello allein BWV 1008 (arr. für Oud); Alon Sariel. Mandolin Partita
Alon Sariel (Erzlaute, Barockgitarre, Liuto attiorbato, Oud, Mandolinen)
Pentatone PTC 5186 985 (2020)
