
Johann Simon Hermstedt, der für die Entwicklung des Orchesters wichtig war, ist in der Musikgeschichte auch als Freund von Louis Spohr bekannt, der ihm gleich vier Klarinettenkonzerte schrieb, für das Harmoniecorps aber das zu seiner Zeit sehr beliebte und verbreitete Notturno op. 34. Leider bleibt es auf diesem Album (neben zwei Walzern des Stadtorganisten Johann Georg Wilhelm Birnstein) die einzige originale Komposition, rasch gefolgt von Arrangements unbekannter Hand (Hermstedt?): in mehr oder weniger freier Form bearbeitete Passagen aus Webers Freischütz sowie Wagners Tannhäuser-Ouvertüre. Tatsächlich passt das auf dem Cover abgebildete Gemälde einer musikalisch begleiteten Wachparade im Lustgarten des Sondershäuser Schlosses aus dem Jahr 1837 bestens zum Repertoire. Die Bläser des Loh-Orchesters haben darüber hinaus die teils außergewöhnlichen technischen und musikalischen Anforderungen mit deutlich spürbarem Engagement angenommen und durchgehend gestaltend realisiert. – Für die Erreichbarkeit des physischen Albums ist es fatal, dass es an kein Label gebunden ist und sich damit auch die üblichen Vertriebswege nicht so recht funktionieren (für diese Besprechung lag es allerdings vor). Man findet die Produktion aktuell nur bei einigen der üblichen Streaming-Plattformen.
Sondershäuser Harmonie
Louis Spohr. Notturno für Harmonie- und Janitscharenmusik op. 34; Felix Mendelssohn Bartholdy. Lieder ohne Worte op. 53/1, op. 61/3 und op. 62/4 (Arr.); Johann Georg Wilhelm Birnstein. Zwei Walzer aus: Harmoniemusik; Carl Maria von Weber. Potpourri nach «Der Freischütz» (Arr.); Richard Wagner. Ouvertüre zu «Tannhäuser» (Arr.)
Loh-Orchester Sondershausen, Julian Gaudiano
Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen [ohne Nummer] (2025)








