1. August 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Alon Sariel – Johann Sebastian Bach

Alon Sariel – Johann Sebastian Bach

Wer Alon Sariel kennt, weiß um seine vielfältigen instrumentalen Fähigkeiten, die bei Einspielungen von Musik nur für Mandoline oft zu kurz kommen. So auch wieder bei jüngeren Produktionen. Daher hier nun der Rückgriff auf ein Album, bei dem er eine breite Sammlung unterschiedlichster Zupfinstrumenten vorstellt: Erzlaute, Barockgitarre, Liuto attiorbato, Oud. Das wirklich Faszinierende daran ist, wie flexibel sich Bachs Musik auch hier einmal mehr zeigt. Schon seine eigenen Präludien für Laute finden sich heute in Klavieralben. Hier nun werden zwei komplette Werke und einige Sätze aus den Suiten für Violoncello

This entry is part 1 of 5 in the series Hörbar #181 – Laute und mehr
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Vivaldi – op. 8

Vivaldi – op. 8

Heute hat sich ein Dauerbrenner unter die «V… (diverse)» verirrt. Es sind die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi. Glücklicherweise ein Album, auf dem die weltbekannten Concerti nicht als Pflichtaufgabe abgeschnurrt werden, sondern in einem vielfach neuen Licht erstrahlen. Damit wird zwar nicht der bedrohliche und für alle spürbare Klimawandel aufgehoben: Ich habe im Winter seit vielen Jahren keinen permanent liegenden Schnee mehr gesehen, und verlassen im Sommer schon seit Jahren meine schöne Schreibtisch-Gaube als «bio-deutscher Klimaflüchtling». Adrian Chandler und dem Ensemble La Serenissima gelingt indes eine Neudeutung des Klassikers, ohne

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #178 – V… (diverse)
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Jan Baptist Verrijt – Flammae Divinae

Jan Baptist Verrijt – Flammae Divinae

Gelegentlich wird einem schmerzlich bewusst, wie viele Einspielungen in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Katalog verschwunden sind. Dieser Prozess begann in den 1980er Jahren mit dem Medienwechsel von der LP zur CD und setzte sich im 21. Jahrhundert mit dem allmählichen Sterben großer und kleiner Labels fort. Vor allem gingen viele nationale Serien verloren: in Dänemark etwa die Dansk Musik Antologi, die es erst gar nicht auf CD schaffte, in den Niederlanden dann das Label NM Classics – eine Zusammenarbeit zwischen dem 2013 aufgelösten Centrum Nederlandse Muziek und Radio Netherlands

This entry is part 3 of 5 in the series HörBar #178 – V… (diverse)
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Janitsch – Freitagsakademie

Janitsch – Freitagsakademie

Noch vor einiger Zeit war es schwierig, überhaupt eine Einspielung mit Musik von Johann Gottlieb Janitsch (1708–1763) zu finden. Inzwischen liegen gleich mehrere Alben mit herausragender Kammermusik aus seiner Feder vor – Kompositionen, die beim ersten Höreindruck noch mehr der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verpflichtet scheinen, die aber hinter ihrer vielfach kontrapunktisch inspirierten Faktur viel galanten Ausdruck verbergen. Ein doppeltes Vergnügen, das auch noch Johann Friedrich Reichardt im Jahre 1775 begeisterte: «Keiner beut unserem Verstande so viel Unterhaltung, so viel Nahrung.» Zunächst in Rheinsberg, später auch in Berlin war

This entry is part 2 of 5 in the series HörBar #177 – Übergänge
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Calcutta – 1789

Calcutta – 1789

Selbst auf alte Schlagertexte kann man sich nicht mehr verlassen. Kalkutta heißt schon lange nicht mehr so (sondern seit 25 Jahren Kolkata), und am Ganges hat die Metropole im Osten Indiens nie gelegen. Was sich aber hinter dem Motto des Albums verbirgt, das ist am Ende weitaus faszinierender als viele der eingespielten Stücke und Werke. Denn das einstige Zentrum der Britischen Ostindien-Kompanie zog nicht nur Waren und Händler an, sondern entwickelte im 18. Jahrhundert auch ein respektables Musikleben. Zentrale Figur war dabei William Hamilton Bird (genaue Lebensdaten unbekannt), der nach

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #175 – Anno Domini
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Weimar – 1755

Weimar – 1755

«Empfindsamkeit» sowie «Sturm und Drang» sind zwar keine Epochen in den Künsten, wohl aber wichtige Phasen des Übergangs, die seit der Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem langen Schatten barocker Gerüste heraustraten und nach neuen, auch subjektiveren, mitunter gar radikal individuellen Ausdrucksweisen suchten. Dieser «Zeitgeist» zwischen den Epochen wies zahlreiche Spielarten auf, die es auch heute noch schwer machen, ein konsistentes musikgeschichtliches Bild zu entwerfen – denn die strukturell wichtigen Institutionen von Kirche und Hof entwickelten sich nach Personen und Orten recht unterschiedlich (die Oper scheint gewissermaßen ein europäisches Eigenleben

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Telemann – 1721

Telemann – 1721

Ob es früher den Menschen auch so erging, dass sie beim Schreiben des Datums eine Zeit lang aus Gewohnheit noch am alten Jahr festhielten? Jedenfalls handelt es sich beim «Anno Domini» nicht um irgendeine Zählung, sondern seit der Verschriftlichung auch des Alltags um Anhaltspunkte, Marksteine oder gar Einschnitte. Und häufiger als man vielleicht vermutet, dienen solche Jahreszahlen auch als Motto für ein Album – auch wenn die Kontexte oftmals unterschiedlich sind. Der 21. September 1721 war jedenfalls nicht nur für Hamburg, sondern auf sehr lange Sicht hin auch musikgeschichtlich ein

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Natale veneziano – Il Pomo d'Oro

Natale veneziano – Il Pomo d’Oro

Was für eine Bescherung! Mit einer Spielzeit von fast 77 Minuten wird einem bei diesem Album sicherlich nicht langweilig– zumal die Auswahl mit zwölf festlich strahlenden Kompositionen aus der Blütezeit venezianischen Musik einmalig ist. Das Programm vereint Werke von Andrea Gabrieli (1510–1586) und Giovanni Gabrieli (1557–1612) über Claudio Monteverdi (1567–1643) bis hin zu Francesco Cavalli (1602–1676). Große Namen einer großen Epoche, bei der in St. Marco und anderswo klanglich wirklich nicht gekleckert wurde. Im Gegenteil: Selbst der klein besetzte Chor von Il Pomo d’Oro füllt den Raum aus und bleibt

This entry is part 3 of 5 in the series HörBar #174 – Weihnachten
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Pierre Boulez. The Complete Columbia Album Collection

Pierre Boulez. The Complete Columbia Album Collection

Bereits 2017 in den Handel gekommen (und aktuell noch immer verfügbar), mutet diese 67 CDs umfassende Box der (nahezu vollständigen) frühen Einspielungen wie ein ungeschliffenes Juwel an. Auch wenn sich viele der Alben bereits in dieser oder jener Form im Regal befinden, denn mit der wegweisenden Übernahme der traditionsreichen Columbia Records durch die Sony im Jahr 1988 begann auch eine heute anhaltende vielfältige Auswertung des Back-Katalogs, ist diese Zusammenstellung dann doch einmalig. Anlass für die opulente Veröffentlichung war das 50-jährige Jubiläum der ersten Produktion eines Werkes unter der Leitung von

This entry is part 1 of 5 in the series HörBar #173 – Boulez 100
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Thomas Selle

Thomas Selle

Schütz, Schein, Scheidt – und Thomas Selle. So ließe sich die Reihe der großen «S» in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ergänzen. Dass Thomas Selle (1599–1663) nicht regelmäßig dazugezählt wird, liegt wohl allein daran, dass nur Weniges von ihm über die Jahrhunderte gedruckt vorlag. Nur ein erster Band der von ihm selbst (!) in Angriff genommenen Opera omnia erschien im Druck – alle weiteren der 281 handschriftlich und platzsparend als neue norddeutsche Orgeltabulatur dokumentierten Werke blieben unveröffentlicht. Die mit Herausforderungen zu lesende präzise Kurzschrift hatte auf lange Sicht nunmal

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #170 – s/w
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Vivaldi – Concerto Italiano

Vivaldi – Concerto Italiano

Es ist ein böses Wort, dass Vivaldi «vierhundert Mal dasselbe Konzert» geschrieben habe. Dieses vielfach mit Genuss zitierte Bonmot geht indes an der Realität vorbei – und zeugt eher von der Unkenntnis der immer wieder neuen Wege, die Vivaldi jenseits und diesseits der Alpen in Venedig und Dresden beschritten hat. Vielmehr ist es seine herausragende schöpferische Originalität, die eine bloße Wiederholung in jeder Phase seiner Biographie verhindert hat. Davon erzählen auch die sechs Konzerte in der mittlerweile 67. (!) Folge der Vivaldi-Edition beim Label Naïve. In so volatilen Zeiten wie

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #169 – Concerti
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Bach reconstructed – le fessta musicale

Bach reconstructed – le fessta musicale

Schon lange fasziniert Bachs eigenes Parodie-Verfahren, bei dem er nicht nur weltliche Werke, sondern vor allem instrumentale Vorlagen in den in rascher Folge entstandenen geistlichen Kantaten wiederverwendet. Manches ist durch die Überlieferung des Originals bekannt und klar erkennbar, anderes lässt sich mit gut geschulten Ohren auch rein «instrumentaliter» zurechthören (hier wird die Vorlage wohl oftmals verloren gegangen sein). Bach beschritt bei seinen Parodien eine Einbahnstraße: vom weltlichen Werk hin zur geistlichen Kantate (allein die Schübler-Choräle scheinen eine Ausnahme darzustellen). Christoph Harer nun geht einen anderen Weg. Er gewinnt seine «Neubrandenburg

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #169 – Concerti
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