
Üblicherweise erscheinen solche «Jugendsünden» erst am Ende eines größeren Aufnahme-Projekts als Supplement, das nurmehr die wahren Fans interessiert. Hier aber ist es anders. Bereits an mittlerer Position erscheint ein Album, mit dem Mark Viner eine Lanze für das längst Vergessene bricht. Es sind vor allem Variationsfolgen und brillante Stücke, die er mit virtuoser Technik wieder zum Leben erweckt. Manches erstaunt, manches erinnert eher an die Musik zu einer Jagd zwischen Tom und Jerry. Über die Jahrzehnte haben sich mit den rasenden Tastenläufen eben auch andere Bilder eingestellt, die die originalen Intentionen überlagern. Und so sagt der Blick zurück auf diese Juvenilia auch etwas über einen selbst aus. Wie immer.
Charles Alkan. Early Works & Juvenilia
Variations sur un thème de Steibelt op. 1; Les omnibus. Variationen op. 2; Il etait un p’tit homme. Rondoletto op. 3; Rondo brillant pour piano et cordes ad libitum op. 4; Variations à la vielle sur l’air chanté par Mme. Persiani dans l’elisir d’amore de G. Donizetti; «Ah! Segnataè la mia sorte» de l’opéra Anna Bolena de Donizetti op. 16/4; Air des «Capulets et des Montaigus» de Bellini («La tremendaultrice spada») op. 16/5; Variations quasi fantaisie sur une barcarolle napolitaine op. 16/6; Rondeau chromatique op. 12
Mark Viner (Klavier)
Piano Classics PCL 10298 (2023, 2024)
