
… nicht aber die am Schluss der zweiten CD beigegebene zweihändige Adaption seines gerade heute wieder sehr bewegenden Cantus Arcticus. Es ist die alte Geschichte, dass man zwar vieles für das Klavier arrangieren kann, aber eben doch keine Farben auf ein Instrument, das seit dem 19. Jahrhundert zunehmend universal erscheint (und es eben doch nicht ist). Alle anderen Werke gestaltet die aus Litauen stammende Morta Grigaliūnaitė technisch mit bezaubernder Gründlichkeit (Sonate Nr. 1) – und im großen (und leeren) Konzertsaal dann doch ohne Wärme (etwa bei The Devil and the Drunkard). So sehr derartige vollständige Repertoire-Aufnahmen den Katalog auf willkommene Weise befüllen, so scheint das doch das eine oder andere Werk für Jahre «verbrannt». Ich wünschte mir mehr Sorgfalt bei der Kuratierung. «Alles» ist eben nicht immer eine Option.
Einojuhani Rautavaara. Complete Piano Works
The Fiddlers op. 1; Aleksanteri Könni; The Devil and the Drunkard; Klaviesonate Nr. 2 op. 64 «The Fire Sermon»; Icons op. 6; Three Symmetric Preludes; Narcissus; Fuoco; Passionale; Etüden op. 42; Klaviersonaten Nr. 1 op. 50 «Christus und die Fischer»; 7 Preludes op. 7; Mirroring; Partita op. 34; Cantus Arcticus op. 61 (arr. Peter Lönnqvist)
Morta Grigaliūnaitė (Klavier)
Piano Classics PCL 10331 (2023)








