
Neuerdings wird die eine oder andere zu früh verblichene Einspielung durch Brilliant Classics exhumiert. lizenziert und wieder aufgelegt. Dies alles zur großen Freude von Liebhabern und Abenteurern, die sich durch unbekannte Komponisten und vielfach ein Vierteljahrhundert alte Aufnahmen nicht schrecken lassen. Zu den wiedergewonnenen Schätzen zählten auch die Motetten von Jan Baptist Verrijt (1600–1650), die in der zweiten Hälfte der 1640er Jahre in der Sammlung Flammae divinae erschienen. Über Verrijt, der zuletzt als Organist an der Großen Laurenskirche in Rotterdam tätig war, ist nicht viel bekannt; und von seinen Kompositionen hat nur dieses Opus 5 die Zeiten überdauert. Die Flammae divinae verblüffen durch ihren Bezug zur römisch-katholischen Kultur; zeittypisch sind sie indes mit ihrer Rezeption italienischer Modelle nach Form und Faktur. Die nun schon 26 Jahre alte Einspielung mit Emma Kirkby und dem Consort of Musicke unter Anthony Rooley hat nichts von ihrer Leuchtkraft verloren, auch wenn wohl manches heute aufführungspraktisch anders realisiert werden würde.
Jan Baptist Verrijt. Flammae Divinae op. 5
O Mediatrix Domina; In te Domine speravi; Quae habitas in hortis; Currite, pastores; Vulnera cor meum; Domine, ne in furore tuo; O dulcis amor; Ad te, dulcissime Iesu; Ave, dulcis Iesu; Ah, horrida bella; Vulnerasti cor meum; O Iesu mi, dulcissime spes; Fili, ego Salomon; Rogo te, dulcissime Domine Iesu Christe; Cantate Domino canticum novum; Salve mi Iesu; O Iesu, splendor aeternae gloriae; In nomine Iesu
Emma Kirkby (Sopran), The Consort of Musicke, Anthony Rooley
Brilliant Classics 97007 (2000)








