23. Januar 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Rossini – Wind Quartets

Rossini – Wind Quartets
Rossini – Wind Quartets
Eine Aufnahme aus dem Jahr 1985? Mit dem legendären Ensemble Consortium Classicum? Tatsächlich handelt es sich bei der Reihe Preziosa des audiophilen Labels MDG um Schätze aus dem Archiv, die nach ganz persönlichen Kriterien wieder ins Rampenlicht treten. Im Fall der Quartette von Rossini etwa war die Aufnahme zwar als LP, jedoch nie als CD erschienen (obwohl sie digital produziert worden war). Dass es sich nicht um einen «alten Hut» handelt, zeigen zudem die unglaubliche Frische, der Elan und die Musikalität des Spiels.

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Dass das Consortium Classicum überhaupt zu MDG kam, war einer falschen Management-Entscheidung geschuldet. Das Ensemble stand lange bei der einstigen EMI unter Vertrag, die aber auch neue und jüngere Kräfte setzen wollte. Schon damals! – aber das Label gibt es nun auch schon lange nicht mehr. Auch die Quartette von Rossini haben in der Geschichte einen seltsamen Weg genommen. Ursprünglich eine Sammlung von jugendlich rasch hingeworfenen Gelegenheitskompositionen, kursierten sie als Streichquartette und in verschiedenen Versionen für Bläser. In dem erst im 20. Jahrhundert wieder aufgefundenen Original werden jedoch zwei Violinen, Violoncello und Kontrabass verlangt. Das hier eingespielte Arrangement stammt von Friedrich Berr (1794–1838), der selbst ein geachteter Klarinettist war. Ein Kollege schrieb damals in Fanfare mit einem Augenzwinkern in Richtung «His Master’s Voice» zur LP: «Ich finde, das ist genau die richtige Musik, wenn man am Samstagabend den Hund badet…»

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Gioacchino Rossini. Sechs Quartetts (Arr. Fiedrich Berr)
Consortium Classicum

MDG 102 2291-2 (1985)

HörBar #176 – Harmoniemusik

Sondershäuser Harmonie

Autor

  • Michael Kube

    Dr. Michael Kube, geb. 1968 in Kiel, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Europäische Ethnologie/Volkskunde. Promotion mit einer Arbeit über Hindemiths frühe Streichquartette (1996), Habilitation mit Studien zu einer Kulturgeschichte des Klaviertrios (2016). Seit 1998 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neuen Schubert-Ausgabe (Tübingen), seit 2002 zudem Mitglied der Editionleitung. Er ist seit 2007 Kuratoriumsmitglied (und seit 2013 Vorsitzender) der Stiftung Kulturfonds der VG Musikedition.

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This entry is part 4 of 4 in the series HörBar #176 – Harmoniemusik

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