
Eingespielt wurden aus Handschriften eine Folge von sechs Sonaten, sechs einzelne Sätze, die unter dem Titel Divertimenti überliefert sind, und zwei von Václav Mašek (1755–1831) arrangierte Oktette – im Original vermutlich Harmoniemusiken. Zwar sind im Booklet die jeweils aufbewahrenden Bibliotheken genannt (Regensburg, Prag und Karlsruhe), nicht aber die Signatur. Für Karlsruhe ist es jedoch von Bedeutung, dass die Bearbeitungen aus dem Bestand Donaueschingen stammen. Aber auch über das von Marius Bartoccini verwendete Instrument wird sich ausgeschwiegen. Seltsam auch hier, dass nach dem Booklet die Sonaten und Divertimenti «per il Cembalo» geschrieben wurden – und eben doch ein Fortepiano (ein Walter?) verwendet wird (auf einem Bild ist lediglich zu erkennen, dass das Instrument aus der Manufaktur von Paul McNulty stammt). Und die Musik: Mysliveček hat sicherlich Interessanteres (vor allem für die Bühne) geschrieben. Was aber zu hören ist, sorgt für gute Unterhaltung und wurde mit Lust und differenziertem Anschlag interpretiert. Warum das ebenfalls überlieferte Oktett B-Dur nicht eingespielt wurde, obwohl auf der CD noch reichlich Spielzeit gewesen wäre, bleibt ein Geheimnis.
Josef Mysliveček. Complete Keyboard Works
Sechs Sonaten per il Cembalo; Sechs Divertimenti per il Cembalo; Oktett op. 1/2 und op. 1/3 (Arr. Václav Mašek)
Marius Bartoccini (Fortepiano)
Brilliant Classics 95864 (2022)








