
Ungewöhnlich ist allerdings auch, dass eine Box mit solch «klassischen» Werken noch bei der Deutschen Grammophon erscheint – einem Label, das seine Repertoire-Politik in den vergangenen Jahren stark verändert hat und mehr auf Namen, Kurzweil und Crossover denn auf solch enzyklopädischen, auch randständigen Ansätze schaut. Denn enzyklopädisch ist die Werkfolge angelegt: von den großen Partituren über eine Reihe von Divertimenti (in Anordnung des KV) bis hin zu einem Supplement mit Kompositionen zweifelhafter Autorschaft (nicht Echtheit, denn «echt» ist die Musik in jedem Fall) und sechs Stücken (KV 188) für zwei Flöten, fünf Trompeten und vier Pauken – eine eindeutig für den Salzburger Hof bestimmte Arbeit. Letztere (wie auch die Hornduos) wurden auf Nachbauten historischer Instrumente realisiert, während alles andere auf «modernen» Instrumenten gespielt wird. Die Souveränität des Ensembles, seine Spritzigkeit und (bei allem Ernst so mancher Sätze) auch Leichtigkeit im Ton deuten auf eine gründliche Einstudierung der Einspielungen hin. Der fundierte Booklet-Essay von Ulrich Leisingen begleitet die Gesamtschau von Werk zu Werk und stellt doch Zusammenhänge her.
Mozart. Complete Wind Music
Gran Partita B-Dur KV 361; Quintett für Klavier und Bläser Es-Dur KV 452; Serenade Es-Dur KV 375; Serenade c-Moll KV 388; Divertimento Es-Dur KV 166; Divertimento B-Dur KV 186; Divertimento F-Dur KV 213; Divertimento B-Dur KV 240; Divertimento Es-Dur KV 252; Divertimento F-Dur KV 253; Divertimento B-Dur KV 270; Adagio F-Dur KV 440c (Fragment); Adagio F-Dur KV 580a (Fragment); Allegro assai B-Dur KV 440b (Fragment); Adagio B-Dur KV 411; Adagio F-Dur KV 410; Fünf Divertimenti F-Dur KV 439b; Zwölf Horn Duos KV 487; Divertimento Es-Dur KV 196e; Divertimento B-Dur KV 196f; Divertimento C-Dur KV 188
Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg; Hansjörg Angerer
Deutsche Grammophon 486 2457 (2016–2019)








