16. Mai 2022 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Andreas Hertel: Blue Bop

Andreas Hertel: Blue Bop

Anders als beim Stefan Schöler Trio steht dieses Trio in der nicht vorhandenen Tradition des Nix-kann-mich-umhaun-Jazz. Das klingt einfach gut gelaunt und läuft ab wie am Schnürchen. Das Jazz-Uhrwerk aus Groove und Swing bringt nicht aus der Unruhe. Das muss man auch erst mal können. Unmissverständlich klar ist dieses Trio auf Funktionalität, auf Funktionieren angesetzt. Eine sichere Bank im Mittelfeld, keine genialen musikalischen Bananenflanken und Fallrückzieher. Nicht immer schön, aber im Einsatz der musikalischen Mittel effektiv. Früher hätte man das mit dem Werbespruch „Da weiß man, was man hat“ verkaufen

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cd boehm scholly

Rainer Böhm + Norbert Scholly: El Movimiento del Gato Negro [2019]

Erstaunlich gut mischen sich Klavier- und Gitarrenklang beim Zusammenspiel von Rainer Böhm und Norbert Scholly. Klar, beides sind Saiteninstrumente – damit ähnlich, das eine Instrument gehämmert, das andere gezupft. Aber die Gefahr liegt da nur einen fingernagelbreit entfernt. Die Klangfarben können sich beißen. Könnten sie. Tun sie hier nicht. Sie verschmelzen sogar wunderbar wie auf dem unisono beginnenden Hochgeschwindigkeits-Stück Train Game (Track 2). Groß ebenfalls, welche Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten den beiden im Duo offenstehen. Lyrisch-substanziell bei “Unstet” (Track 3), irrend-rhythmisch bei „El Movimento del Gato Negro“ (Track 4), hymnisch bei

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