31. März 2025 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Schaefer – Irregular Pearls

Benjamin Schaefer – Irregular Pearls

Perlen Alter Musik hat der Pianist Benjamin Schaefer im Quartett mit dem Saxophonisten Christian Weidner, dem Bassisten Sebastian Gramss und dem Schlagzeuger Tilo Weber bei Georg Philipp Telemann und bei Carl Philipp Emanuel Bach aufgetan. Perlen? Irgendwie schon, ja. Aber auch Unscheinbareres, das erst im Quartettspiel seine spezielle Beleuchtung erhält und in der Vielfalt der eingesetzten Figuren musikalischen Denkens.

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Double / Michel Portal & Paul Meyer

Double / Michel Portal & Paul Meyer

Die Klarinette mit ihren drei Registern ist schon an sich ein herrliches Instrument. Wer aber schon einmal im Duo gespielt hat, hat sicher eine Ahnung davon, dass das wie ein intimes Gespräch mit vielen Farben und feinsten Nuancen des Ausdrucks sein kann. Und wenn die Stimmen schließlich in Terzen verschmelzen, entwickelt sich ein wunderbarer Wohlklang. So auch auf diesem Album, das unter dem Titel Double Duos wie Doppelkonzerte versammelt. Und um es gleich vorweg zu sagen: Die Auswahl der Werke ist überaus gelungen! Die beiden Sonaten von Telemann und CPE

Teil 2 von 5 in Michael Kubes HörBar #148 – Duo – Duett – Double
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CPE Bach / Nevermind

CPE Bach / Nevermind

Man muss sich immer wieder einmal die Lebensdaten von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) vergegenwärtigen, um sein Wirken und Schaffen einordnen zu können. Seine Kompositionen stehen dabei grundsätzlich der «Wiener Klassik» näher als dem ausgehenden «Barock» – manchmal ist es der «Sturm und Drang», der fast revolutionär Einzug hält, oft genug aber ist es die «Empfindsamkeit», die in der Musik zum Ausdruck kommt. Und CPE Bach spricht dabei eine unverwechselbare Sprache – und das entgegen seiner Hamburger Tätigkeit als Städtischer Musikdirektor und Kantor vor allem in der Instrumentalmusik, und das

Teil 6 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach
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CPE Bach / Orchestra of the Eighteenth Century

CPE Bach / Orchestra of the Eighteenth Century

Radikal im Tonsatz und Ausdruck. So lassen sich die sechs Streichersinfonien Wq. 182 von Carl Philipp Emanuel Bach charakterisieren, die 1773 in Hamburg entstanden. Bestimmt waren die (je nach Sichtweise) ganz dem Geist der Empfindsamkeit oder des Sturm und Drang stehenden Werke für die von Gottfried van Swieten veranstalteten Sonntagsakademien im Prunksaal der Wiener Hofbibliothek; zugleich zeigen sie, wie Bach dem ausdrücklichen Wunsch des Auftraggebers folgend sich «ganz gehen liess, ohne auf die Schwierigkeiten Rücksicht zu nehmen, die daraus für die Ausübung notwendig entstehen mussten.» Es sind Komposition fast ohne

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach
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CPE Bach / Tom Beghin

CPE Bach / Tom Beghin

Als Carl Philipp Emanuel Bach 1760 in Berlin seine Sonaten «avec des reprises variées» (mit variierten Wiederholungen) veröffentlichte, betrat er damit Neuland – aber nur, indem er exemplarisch ausformulierte, was er von einem geübten und geschulten Clavieristen erwartete. In einer Zeit, in der es noch selbstverständlich war, in den rahmenden Ecksätzen einer Sonate sowohl den ersten Teil (Exposition) als auch den zweiten Teil (Durchführung und Reprise) zu wiederholen, sollten diese Wiederholungen nicht wortwörtlich erfolgen, sondern angereichert werden – eine aufführungspraktische Notwendigkeit, die aber wohl schon von den Zeitgenossen aus Mangel

Teil 4 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach
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CPE Bach / Keith Jarrett

CPE Bach / Keith Jarrett

«I heard the Württemberg Sonatas, recorded by harpsichordists, and I felt there was space left for a piano version.» Aus dem Booklet geht leider nicht hervor, von wann diese Wort datieren. Sicher ist nur, dass Keith Jarrett auf unnachahmliche Weise eine Lücke gefüllt hat. Wer allerdings glaubt, der Altmeister des Jazz and beyond hätte sich hier noch einmal der radikal in die Zukunft weisenden Sonaten von CPE Bach angenommen, wird überrascht sein. Die Aufnahme, die bislang vollständig unveröffentlicht in den Archiven von ECM schlummerte, stammt aus dem Jahr 1994 –

Teil 2 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach
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CPE Bach / Orazio Sciortino

CPE Bach / Orazio Sciortino

Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich die Bach-Söhne ihren Weg gingen – biographisch wie kompositorisch. Als der wohl bedeutendste Wegbereiter der Klassik hat sich dabei Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) erwiesen: sowohl durch seine Ästhetik angeht (nämlich die über die wahre Art, das Clavier zu spielen) als auch durch seine Werke, die vielfach etwas vollkommen Neues aufzeigenden. Schließlich aber auch durch die Überlieferung von Werken und Dokumenten des Vaters, die über Johann Nikolaus Forkel das Bach-Bild des 19. Jahrhunderts entscheidend mitprägten. Obwohl die herausragende Bedeutung von CPE Bach heute außer

Teil 1 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach
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Carl Philipp Emanuel Bach / AKAMUS

Carl Philipp Emanuel Bach / AKAMUS

Es liest sich immer wunderbar, wenn mit einem letzten Album eine Gesamtaufnahme vollendet wird. Die entsprechende Bemerkung dazu findet sich auf dem Backcover dieses Albums. Man muss aber schon im CD-Regal lange suchen oder sich gründlich erinnern, dass solch ein Projekt überhaupt geplant war. Tatsächlich datiert die erste Folge (ohne diesen Hinweis) noch aus dem späten 20. Jahrhundert – und sie ist schon lange nicht mehr lieferbar wie auch eine weitere. Zwei der Sinfonien Wq. 183 finden sich auf anderen (lieferbaren) Produktionen: einmal im Kontext von Friedrich II. und einmal

Teil 4 von 5 in Michael Kubes HörBar #124 – Sinfonisches
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Bach.Berlin Fundstücke / Schäfer & Hollmann

Bach.Berlin Fundstücke / Schäfer & Hollmann

Dieses Album blickt tief in die musikalische Bach-Rezeption des ausgehenden 18. Jahrhunderts und weit darüber hinaus. Im Fokus stehen dabei drei der fünf Töchter des Berliner Bankiers und Hoffaktors Daniel Itzig, die alle eher unter ihren durch Heirat angenommenen Namen bekannt sind: Fanny von Arnstein (1757–1818), Zippora Wulff (1760–1836) und Sara Levy (1761–1854). Sie alle erlernten das Spiel auf dem Cembalo vermutlich bei Johann Philipp Kirnberger und Wilhelm Friedemann Bach. Teilweise konzertierten sie gemeinsam, später unterhielten sie in Wien (Fanny, Zippora) bzw. in Berlin (Sara) bedeutende musikalisch-literarische Salons – und

Teil 4 von 5 in Michael Kubes HörBar #122 – Berlin
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The Oboe in Berlin / Xenia Löffler

The Oboe in Berlin / Xenia Löffler

Berlin geht immer – auch musikalisch. In diesem Fall sind es vor allem Sonaten, die im Umkreis von Friedrich II. entstanden, der schon als Kronprinz in Ruppin und Rheinsberg eine sehr feine Schar von Musikern um sich versammelte und später in Potsdam und Berlin gar eine 40-köpfige Hofkapelle unterhielt. Im Mittelpunkt des Albums steht die Oboe – genauer: die sogenannte Barockoboe, die im Gegensatz zu der späteren Bauform mit weniger Klappen auskommt und einen kräftigen, charakteristischen und besonders ausdrucksstarken Ton aufweist. Eingespielt wurden Werke von Komponisten und Musikern, die im

Teil 1 von 5 in Michael Kubes HörBar #122 – Berlin
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Preußisch Blau / Sophia Aretz

Preußisch Blau / Sophia Aretz

Ein Album, so interessant wie die Geschichte des Preußisch Blau selbst, das Anfang des 18. Jahrhunderts in Berlin in einem alchimistischen Labor durch Zufall hervorgebracht wurde. Rasch machte die neue Farbe Karriere, denn sie ersetzte in der Malerei die aus dem kostbaren Lapislazuli gewonnene Farbe, die nur für die Darstellung kostbarster Gewänder eingesetzt wurde, wie etwa bei Mariendarstellungen. Als Massenprodukt kam das Blau dann auch für Uniformen in Mode. Bei dieser Produktion zeigt es auf dem Cover ein modischer Design-Sessel im entsprechenden Farbton. Auch musikalisch geht es nach Berlin (und

Teil 3 von 4 in Michael Kubes HörBar #116 – blaublütige Musik
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Alexander Melnikov / Fantasie

Alexander Melnikov / Fantasie

Die Angaben auf dem Cover entspringen nicht der Fantasie – sie sind selbst fantastisch. Zu hören sind tatsächlich sieben Komponisten und sieben Instrumente. Dass es am Ende acht Werke sind, kann man verzeihen, es spielt auch keine Rolle. Es ist (das sei gleich gesagt) ein Album, wie man es sich nicht besser, instruktiver und verständiger denken kann, und das am Ende zeigt, wie notwendig es ist, Kompositionen für Clavier auf den jeweils zeitgenössischen Instrumenten zu interpretieren – oder zumindest von diesen aus klanglich zu abstrahieren, besonders dann, wenn es ans

Teil 2 von 4 in Michael Kubes HörBar #106 – Fantasien
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