Wind Serenades

Wind Serenades

Früher waren solche Alben im lokalen Fachhandel nicht sonderlich beliebt. Bei mehr als einem Komponisten gelangten sie rasch unter «Diverse» oder bei sehr guter Kuratierung in ein nach Gattungen sortiertes Regal. Für mich war das damals ein Eldorado, eine Fundgrube mit unerhörtem Repertoire. Wo aber wohl die Wind Serenades einsortiert worden worden? Unter Bläserkammermusik? Sinfonik? Joachim Raff schuf jedenfalls eine Sinfonietta (mit zahlreichen Mendelssohn-Anklängen) Gustav Schreck (1849–1918, zuletzt Thomaskantor in Leipzig) ein Nonett Divertimento und Salomon Jadassohn eine Serenade. Jede dieser Bezeichnungen trägt jeweils andere Topoi und satztechnische Implikationen in

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Rossini – Wind Quartets

Rossini – Wind Quartets

Eine Aufnahme aus dem Jahr 1985? Mit dem legendären Ensemble Consortium Classicum? Tatsächlich handelt es sich bei der Reihe Preziosa des audiophilen Labels MDG um Schätze aus dem Archiv, die nach ganz persönlichen Kriterien wieder ins Rampenlicht treten. Im Fall der Quartette von Rossini etwa war die Aufnahme zwar als LP, jedoch nie als CD erschienen (obwohl sie digital produziert worden war). Dass es sich nicht um einen «alten Hut» handelt, zeigen zudem die unglaubliche Frische, der Elan und die Musikalität des Spiels. Dass das Consortium Classicum überhaupt zu MDG

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Sondershäuser Harmonie

Sondershäuser Harmonie

Dass die Harmoniemusik auch noch im 19. Jahrhundert an manchen Stellen auf hohem und höchstem Niveau fortlebte, zeigt dieses alles in allem überraschende Album aus Sondershausen. Das auf eine mehr als 400-jährige Geschichte zurückblickende, heutige Loh-Orchester hat nämlich tief im Archiv gegraben und dabei nicht nur Originäres und Herausragendes, sondern auch eine Größeres unterhaltendes Repertoire ans Licht befördert. Es dokument eine offenbar höchstlebendige Musikkultur am Hofe der Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen, bei der selbst die Blaublütigen zu verschiedenen Instrumenten griffen. Fürst Günther Friedrich Carl I. etwa spielte Pauke und Klarinette und

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Mozart – Complete Wind Music

Mozart – Complete Wind Music

Große Besetzungen und einfache Duos, bedeutende Kompositionen und kleine Gelegenheitsarbeiten, Bekanntes und Rares. Diese kleine Box mit sieben CDs bietet eine Fülle von Perspektiven auf all das, was «Harmoniemusik» sein kann. Von der Gran Partita mit einer Spielzeit von knapp 50 Minuten über «normale» Divertimenti bis hin zu Fragmenten mit nur wenigen Takten Umfang. Doch was heißt schon «normal», denkt man etwa an die Serenade c-Moll KV 388 mit ihrem dramatisch-dunklen Tonfall und einem kontrapunktisch als Kanon durchgearbeiteten Menuett. Die Gesamtsicht zeigt aber auch, wie sehr Mozart das Bassetthorn mit

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Edition Hofkapelle – Harmoniemusik

Edition Hofkapelle – Harmoniemusik

Um das Jahr 1800 war Harmoniemusik einfach «in». Wer sich als Adeliger keine geordnete Hofkapelle leisten konnte, der griff gerne auf ein Bläseroktett (oft mit einem verstärkenden Kontrabass) zurück. Aber auch der höhere Adel schätzte den unterhaltsamen Tonfall, der sich sofort bei Outdoor-Events oder auch bei Tisch gut machte. Im Haydn-Haus Eisenstadt ist dazu ein originaler, handwerklich gut gearbeiteter, klappbarer(!) Notenständer «per tutti» zu besichtigen. Mich selbst fasziniert die Besetzung mit paarweisen Oboen, Klarinetten, Hörnern und Fagotten schon Jahrzehnten – doch nicht durch Mozarts Werke, sondern durch Joseph Haydns durchgehend

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