
Weimar – 1755
«Empfindsamkeit» sowie «Sturm und Drang» sind zwar keine Epochen in den Künsten, wohl aber wichtige Phasen des Übergangs, die seit der Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem langen Schatten barocker Gerüste heraustraten und nach neuen, auch subjektiveren, mitunter gar radikal individuellen Ausdrucksweisen suchten. Dieser «Zeitgeist» zwischen den Epochen wies zahlreiche Spielarten auf, die es auch heute noch schwer machen, ein konsistentes musikgeschichtliches Bild zu entwerfen – denn die strukturell wichtigen Institutionen von Kirche und Hof entwickelten sich nach Personen und Orten recht unterschiedlich (die Oper scheint gewissermaßen ein europäisches Eigenleben









