CPE Bach / Nevermind

CPE Bach / Nevermind

Man muss sich immer wieder einmal die Lebensdaten von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) vergegenwärtigen, um sein Wirken und Schaffen einordnen zu können. Seine Kompositionen stehen dabei grundsätzlich der «Wiener Klassik» näher als dem ausgehenden «Barock» – manchmal ist es der «Sturm und Drang», der fast revolutionär Einzug hält, oft genug aber ist es die «Empfindsamkeit», die in der Musik zum Ausdruck kommt. Und CPE Bach spricht dabei eine unverwechselbare Sprache – und das entgegen seiner Hamburger Tätigkeit als Städtischer Musikdirektor und Kantor vor allem in der Instrumentalmusik, und das

Teil 6 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach
CPE Bach / Orchestra of the Eighteenth Century

CPE Bach / Orchestra of the Eighteenth Century

Radikal im Tonsatz und Ausdruck. So lassen sich die sechs Streichersinfonien Wq. 182 von Carl Philipp Emanuel Bach charakterisieren, die 1773 in Hamburg entstanden. Bestimmt waren die (je nach Sichtweise) ganz dem Geist der Empfindsamkeit oder des Sturm und Drang stehenden Werke für die von Gottfried van Swieten veranstalteten Sonntagsakademien im Prunksaal der Wiener Hofbibliothek; zugleich zeigen sie, wie Bach dem ausdrücklichen Wunsch des Auftraggebers folgend sich «ganz gehen liess, ohne auf die Schwierigkeiten Rücksicht zu nehmen, die daraus für die Ausübung notwendig entstehen mussten.» Es sind Komposition fast ohne

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach
CPE Bach / Tom Beghin

CPE Bach / Tom Beghin

Als Carl Philipp Emanuel Bach 1760 in Berlin seine Sonaten «avec des reprises variées» (mit variierten Wiederholungen) veröffentlichte, betrat er damit Neuland – aber nur, indem er exemplarisch ausformulierte, was er von einem geübten und geschulten Clavieristen erwartete. In einer Zeit, in der es noch selbstverständlich war, in den rahmenden Ecksätzen einer Sonate sowohl den ersten Teil (Exposition) als auch den zweiten Teil (Durchführung und Reprise) zu wiederholen, sollten diese Wiederholungen nicht wortwörtlich erfolgen, sondern angereichert werden – eine aufführungspraktische Notwendigkeit, die aber wohl schon von den Zeitgenossen aus Mangel

Teil 4 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach
CPE Bach / Keith Jarrett

CPE Bach / Keith Jarrett

«I heard the Württemberg Sonatas, recorded by harpsichordists, and I felt there was space left for a piano version.» Aus dem Booklet geht leider nicht hervor, von wann diese Wort datieren. Sicher ist nur, dass Keith Jarrett auf unnachahmliche Weise eine Lücke gefüllt hat. Wer allerdings glaubt, der Altmeister des Jazz and beyond hätte sich hier noch einmal der radikal in die Zukunft weisenden Sonaten von CPE Bach angenommen, wird überrascht sein. Die Aufnahme, die bislang vollständig unveröffentlicht in den Archiven von ECM schlummerte, stammt aus dem Jahr 1994 –

Teil 2 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach
CPE Bach / Orazio Sciortino

CPE Bach / Orazio Sciortino

Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich die Bach-Söhne ihren Weg gingen – biographisch wie kompositorisch. Als der wohl bedeutendste Wegbereiter der Klassik hat sich dabei Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) erwiesen: sowohl durch seine Ästhetik angeht (nämlich die über die wahre Art, das Clavier zu spielen) als auch durch seine Werke, die vielfach etwas vollkommen Neues aufzeigenden. Schließlich aber auch durch die Überlieferung von Werken und Dokumenten des Vaters, die über Johann Nikolaus Forkel das Bach-Bild des 19. Jahrhunderts entscheidend mitprägten. Obwohl die herausragende Bedeutung von CPE Bach heute außer

Teil 1 von 5 in Michael Kubes HörBar #147 – CPE Bach