20. Februar 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Alain Planès – Erik Satie

Alain Planès – Erik Satie
Alain Planès – Erik Satie
Es war einer der stilleren Gedenktage im Jahre 2025 – passend zum Selbstverständnis von Erik Satie (1866–1925) und dem Ausdruck seiner Werke im kleinen Format. Außer der Parade (1917) für die Ballets Russes sind seine weiteren großen Werke kaum bekannt (wie das sinfonische Drama Socrate von 1918 oder zwei weitere Ballette). Dafür aber schwärmen wohl alle Anfänger (und nicht nur die) für die Gymnopédies (1888), mit denen er wirklich Musikgeschichte schrieb. Wie also gedenken?

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Alain Planès hat zusammen mit seinem Label harmonia mundi einen passablen Weg mit Neueinspielungen gefunden, bei denen bekannte Werke mit unbekannten Kompositionen (und Liedern) gekoppelt werden. Und Planès gibt sich dabei nicht nur der weltversunkenen Melancholie hin, sondern zeigt in den vierhändigen Morceaux gemeinsam mit François Pinel auch betont bissigen Weltschmerz in vier Händen. Auch die kurzen Mélodies (mit Marc Mauillon) machen mit einer anderen Facette von Saite bekannt. – Ein Album, das sich im ersten Moment ein wenig zu sehr auf dem breiten Weg bewegt, dann aber mit dem wunderbar gestaltenden Alain Planès viele Abzweigungen aufzeigt. Ein Gewinn.

Erik Satie. Trois Gymnopédies; Gnossiennes Nr. 1-5; Avant-dernir`es pensées; Embryons desséchés; Je te veux; Pièces froides (Première partie: Airs à faire fuir ); Trois Mélodies für Bariton und Klavier; Trois Morceaux en forme de poire für Klavier vierhändig; Valse-ballet; Chapitres tournés en tous sens; La Diva de l’Empire
Alain Planès (Klavier), Marc Mauillon (Bariton), François Pinel (Klavier)

harmonia mundi HMM 902749 (2024)

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HörBar #179 – Klavier & kurz

Steffen Schleiermacher – Hanns Eisler

Autor

  • Michael Kube

    Dr. Michael Kube, geb. 1968 in Kiel, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Europäische Ethnologie/Volkskunde. Promotion mit einer Arbeit über Hindemiths frühe Streichquartette (1996), Habilitation mit Studien zu einer Kulturgeschichte des Klaviertrios (2016). Seit 1998 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neuen Schubert-Ausgabe (Tübingen), seit 2002 zudem Mitglied der Editionleitung. Er ist seit 2007 Kuratoriumsmitglied (und seit 2013 Vorsitzender) der Stiftung Kulturfonds der VG Musikedition.

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This entry is part 4 of 4 in the series HörBar #179 – Klavier & kurz

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