
Zunächst in Rheinsberg, später auch in Berlin war es Janitsch als Mitglied der Kapelle des Kronprinzen und späteren Königs Friedrich II. gestattet, privat Konzerte mit Mitgliedern der Hofkapelle zu veranstalten – gespielt wurde im Gegensatz zu Paris und London allerdings zunächst nur Kammermusik. In Berlin lud Janitsch dazu immer freitags zu einer «Akademie» in eine Wohnung ein. Es sind die Anfänge einer Aufführungskultur, die auch dazu ermunterte, selbst musikalische Gesellschaften und Vereine zu gründen. An diese musikalischen Zusammenkünfte erinnert auch der Name des Berner Ensembles Die Freitagsakademie, das mit seiner Besetzung geradezu ideal die farbig instrumentierten Sonaten und Quadros aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ideal realisiert, wie etwa Flöte, Oboe, Violine und Basso continuo, Flöte, Violine, Viola und Basso continuo oder auch Oboe d’amore, zwei Violen und Basso continuo. Das fein gesponnene Geflecht der Stimmen wird dabei mit berückender Klarheit ausgeleuchtet, wie auch die ausdrückenden Charaktere dieser den Übergang ahnenden Musik. Ein Album von exzellenter musikalischer Qualität.
Johann Gottlieb Janitsch. Sonate da camera D-Dur «Echo»; Sonata da camera c-Moll op. 1/1; Sonate G-Dur op. 1/2; Sonata da camera e-Moll; Quadro g-Moll «O Haupt voll Blut und Wunden»
Die Freitagsakademie
Prospero PROSP 0069 (2022)








